17.02.2024/ 11.00 Uhr Textwerkstatt in Chemnitz DASTietz


Heute saßen wir zu siebent im Tietz, um vor lauter Literaturarbeit kaum zur Arbeit an der Literatur zu kommen. Um uns einzustimmen, las Anne vom Kalenderblatt "Herz mein Herz" von Heinrich Heine vor. Enno brachte uns mit seinen Gedanken zur Alterserscheinung "Spießerismus" zum Grinsen und schallend Lachen. Mit ein bisschen mehr Theatralik beim Vortrag sicher der ultimative Brüller auf einem Poetry Slam. Silke holte uns mit einem Auszug aus dem Buch "Mein Deutschlandmärchen" von Dinçer Güçyeter wieder auf den kalten Boden der Realität zurück. Elke erzählte von und las aus ihrem Projekt zur Sage der Glänzelmühle, die sie etwas aufpeppen möchte.

Den riesengroßen 'Rest' unserer Zeit verschlangen die Vorbereitungen für unseren FDA Bundeskongress. Wir sind also nach der gnadenlosen Überziehung unserer veranschlagten Zeit mit rauchenden Köpfen, glühenden Kugelschreibern und randvollen Arbeitszetteln nach Hause gegangen.


Sina Blackwood



23.01.24 - Zeitzeugen erinnern sich an Stefan Heym

Am 23. Januar waren Elke und Silke zur Veranstaltung der internationalen Stefan Heym Gesellschaft im Tietz. Pünktlich 19:00 Uhr eröffnete Frau Petra Seedorff. Uns erwartete ein interessanter Abend mit Beate Kunath, die einen Teil ihrer Interviews vorstellte. Es wurde auf sehr eindrucksvolle Weise aufgezeigt, welch unbekannter Bekannter hinter dem Namen Stefan Heym steckt und wie wenig wir eigentlich von ihm wissen. Ein herzliches Dankeschön an die Internationale Stefan Heym Gesellschaft.


Silke Weizel


20.01.2024/ 11.00 Uhr Textwerkstatt in Chemnitz DASTietz


„Man muss am Anfang des Jahres gar nicht so viel tun, einfach neue Ideen finden und sie angehen.“ Unter diesem Motto trafen wir uns zur ersten Textwerkstatt in diesem Jahr. In kleiner, aber entschlossener Gruppe gingen wir nach organisatorischen Dingen ans Werk. Gleich zu Beginn sprachen wir über zukünftige Lesungen im 1. Halbjahr 24, sowie angehende Konzepte zum FDA-Bundeskongress und natürlich auch zur Kulturhauptstadt 2025.
Anlässlich der 700 Jahresfeier Ebersdorf/ Chemnitz ist eine Veranstaltung für Kinder am 23. März um 15.00 Uhr im Schulmuseum geplant. Am gleichen Tag werden Mitglieder des FDA infolge der Leipziger Buchmesse „Leipzig liest“ von 16.00 bis 16.30 Uhr beim Verlag Hugendubel aus unserer Anthologie „Wege und Wurzel“ lesen. Auch in diesem Jahr soll am 20. April unsere zweisprachige Lesung mit tschechischen Autoren in der Stadtbibliothek stattfinden. Neben den öffentlichen Lesungen suchten wir nach weiteren Inspirationen zur inhaltlichen Ausgestaltung unseres FDA- Bundeskongresses 2025 in Chemnitz. Alle Mitglieder können ihre Eingebungen und coole Einfälle uns gerne mitteilen. Wir haben für alles ein offenes Ohr und erwarten euch und eure Ideen zur nächsten Textwerkstatt. Zum Schluss gab es Impressionen zum Winter, vom Frieden und Abschiednehmen. Anne mit einem Gedicht vom heutigen Kalenderblatt von Friedrich- Wilhelm Weber „Winternacht“. Schon damals wussten die alten Bauern, warum die winterliche Ruhe für Saat und Ernte so wichtig ist. Winterliche Sinneseindrücke vom vereisten und stürmischen Wintermeer gab es im Gedicht „Inselduft“ und „Auf Sand gebaut“ von Ligitta. Silke trug den völlig aus „W - Wörtern“ bestehenden „Wunsch nach Frieden“ vor. Wie der schmerzliche Verlust eines geliebten Menschen sein kann, brachte Reni in ihrer Trauerrede zum Ausdruck.


Ligitta Nickel


13.01.2024 / 11.00 Uhr Textwerkstatt in der Stadtbibliothek Leipzig


Auf dem Weg zur Stadtbibliothek grübelte ich, ob ein späterer Januartermin sinnvoller gewesen wäre, da schon vier Leute ihre Teilnahme abgesagt hatten. Bis zehn Minuten vor elf stand ich noch allein im Raum. Aber dann kamen die Interessenten Schlag auf Schlag, sogar fünf Neue, die uns im Programm der Stadtbibliothek gefunden hatten und mal schauen wollten. Besonders freute mich, dass darunter auch drei junge Frauen waren. Insgesamt waren wir zehn Personen und fast alle hatten auch einen Text mit. Zuerst stellte Frank, den ich aus der Leipziger Freitagswerkstatt kenne, seinen Prolog zum geplanten Roman vor. Er beschrieb ausführlich die Szenerie, in der der Onkel seinem Neffen einen Stick mit seinem Lebensbericht gab und ihn bat, die Geschichte zu veröffentlichen. Wir diskutierten konvers. Die einen wollten eine noch ausführlichere Beschreibung des Übergabeortes, die anderen meinten, der Text sollte etwas mit der Romanhandlung zu tun haben. Luise klärte uns auf. Ein Prolog ist ein Vorwort, in dem der Leser auf die Geschichte vorbereitet wird, aber es findet keine Handlung statt. Der Text sollte eine halbe Buchseite nicht überschreiten.
Manuela, die bei dem letzten Treffen unsere Texte vorgelesen hat, hatte einen eigenen Text mit. In „Was tun?“ ging es um eine Paarbeziehung, in der die Frau unglücklich ist, sich trennen will und doch an ihrem Entschluss zweifelt. Das Ende blieb offen, so dass der Leser selbst nachdenken kann. Felicitas, unsere mit 19 Jahren jüngste Interessentin, begann mit zwölf zu schreiben und las uns die noch unvollendete, in der Vergangenheit spielende Märchen/Fantasy-Geschichte „Die Befreiung“ vor. Sie ist für Leser ab zwölf geeignet. Luise gab ihr den Tipp, auch die Sprache der Zeit anzupassen. Marlene hatte schon mit 19 einen Fantasy-Jugendroman, der in Schottland spielt, angefangen. Nach einem Schrottlandaufenthalt ein paar Jahre später, hatte sie Lust, ihn weiter zu schreiben. Schon die Beschreibung der Ankunft der Hauptfigur in einem alten Haus machte Lust auf mehr. Klingt spannend! Zum Abschluss traute sich Maria dann doch, ihre Geschichte, in der es um Schuld und den Umgang mit ihr ging, vorzustellen. Obwohl der Leser nicht erfährt, welche Schuld die Protagonistin auf sich geladen hat, war die Auseinandersetzung mit ihr und den Schuldgefühlen beeindruckend. Auch wenn es nicht die klassische Geschichte ist, ist es doch eine Geschichte, die sofort gedruckt werden könnte.
Zum Abschluss diskutierten wir noch darüber, ob man sich bei biografischen Romanen vor Klagen von im Roman vorkommenden, noch lebenden Personen absichern kann. Wir waren uns nicht sicher, ob es reicht, Sätze wie „Die Handlung und die Personen sind frei erfunden. Wirklich lebende Personen sind ihnen nur zufällig ähnlich.“ dem Roman voranzustellen. Auf alle Fälle sollte man die Namen ändern und das Beste ist, die Personen zu fragen, ob sie mit der Darstellung im Roman einverstanden sind.
Die drei Stunden vergingen wie im Flug, die Anwesenden tauschten noch ihre Telefonnummern aus und ich bin gespannt, wer wiederkommt.


Anne Meinecke



03.12.2023, 16:42 Uhr, Schillergarten Dresden - Weihnachtsfeier 


Unsere diesjährige Weihnachtsfeier fand im verschneiten Dresden statt.
Der historische „Schillergarten“, direkt am Blauen Wunder gelegen, hatte für uns das schöne Elbterassenzimmer reserviert. So erfreuten sich Anne, Silke, Katja, Iris, Angelika, Lenard James, Carlos, Horst und als Gäste Christine und Reiner am traumhaften Blick auf die Elbe, die Elbhänge mit der alten Schwebebahn und auf das Blaue Wunder und an den interessanten Gesprächen. Aufgrund der winterlichen Straßenverhältnisse und Erkältungskrankheiten konnten einige unserer Mitglieder leider nicht teilnehmen. Anerkennenswert war das Kommen von Iris aus Hoyerswerda, die trotz gesundheitlicher Probleme den langen Weg auf sich nahm.
Die sehr gute gastronomische Versorgung trug zum Erfolg des Treffens bei.
Unsere Vorsitzende, Anne, berichtete über den Bundeskongress des FDA in München und die geplanten Projekte im kommenden Jahr.
So wird es z.B. ein literarisches Wochenende am 20.04.24 in Chemnitz mit Radek Friedrich aus Decin und die Vorstellung des neuen Buches von Silke mit dem Titel „Mareike und die Himbeertrüffel“ geben.
Während der Leipziger Buchmesse wird es unter der Schirmherrschaft der Buchhandlung „Hugendubel“ Lesungen aus unserer aktuellen Anthologie geben.
Geplant ist auch der Gegenbesuch bei unseren Literaturfreunden in Heidelberg sowie die zweisprachigen Lesungen von Iris und Angelika in der SLUB. Die Texte werden von Martina Petcik in Sorbisch übertragen.
Ein alles beherrschendes Thema wird im nächsten Jahr die Vorbereitung des Bundeskongresses des FDA 2025 in Chemnitz werden. Das ist für unseren kleinen Landesverband eine große Herausforderung.
Natürlich wurden an diesem Nachmittag auch Geschichten vorgelesen.
Silke erfreute uns mit einer Geschichte aus ihrem neuen Buch „Mareike und die Himbeertrüffel“. Kurios war, dass in der Geschichte vom 3.12. um 16:42 Uhr die Rede war, und als wir auf die Uhr schauten, war es Punkt 16.42 Uhr am 3.12.! Das nennt man Maßarbeit.
Gefreut haben wir uns, dass Horst mit seiner frau Christine an unserer Feier teilnahm.
Horst stellte zwei Manuskripte seines neuen Buches über den Klimawandel, das im Januar veröffentlicht wird, vor.
Wir freuen uns auf ein nächstes Zusammentreffen und wünschen euch und euren Familien eine besinnliche Adventszeit und ein schönes Weihnachtsfest
bei bester Gesundheit.


Angelika Erdbeer


Und hier Iris' Sicht auf die Feier:

Dieses Jahr fand unsere Weihnachtsfeier  im Schillergarten in Dresden statt. Nach dem nach und nach alle eintrafen, entwickelte sich ein babylonisches Gesprächsgewirr. Logisch. Wir hatten uns lange nicht gesehen und somit viel zu erzählen. Auch der vom FDA gesponserte Kaffee und Kuchen konnte unser Mitteilungsbedürfnis nur kurzzeitig bremsen. Schließlich ergriff Horst Seidel die Initiative. Er brachte Ruhe in das Stimmengewirr, in dem er uns von seinem neuen Buchprojekt berichtete, welches sich um Dresden drehte und auch in einem Dresdner Verlag veröffentlicht werden würde. Natürlich gab er auch eine Kostprobe aus dem Manuskript zu Gehör. Daran schloss Silke gleich mit einem weihnachtlichen Text an. Das besonders witzige daran war, das dieser Text genau am Tag und der Uhrzeit unserer Feier spielte.
Nun kam auch endlich unsere Vorsitzende zum Zug. Sie berichtete von verschiedenen Initiativen und Projekten für das kommende Jahr. Mann oh Mann! Richtig volles Programm 2024, mit Lesungen, AJAs und Kooperationen. Kein Monat außerhalb der Sommerferienzeit ohne Aktivitäten.
Nach vier Stunden  war dann auch schon wieder Schluss. Ein ereignisreicher Nachmittag fand sein Ende.


Iris Fritzsche


Strubbelhaar im Baumhaus der Weltpolitik
25.11.2023, 11 Uhr, Textwerkstatt in Chemnitz


Zu siebt hatten wir uns im verschneiten Chemnitz am Stammplatz in der Stadtbibliothek Chemnitz eingefunden. Eine tatkräftige Gruppe mit einem Gast namens Heidi.
Am Anfang besprachen wir zukünftige Lesungen und Projekte zur Kulturhauptstadt 2025 und dem FDA Bundeskongress im gleichen Jahr. Es wurde erörtert, was es im Landesverband Neues gibt und was mit einer Teilnahme zur Buchmesse 2024 und der „Leselust“ in Chemnitz an Arbeit zu erledigen ist. Gleichzeitig stellte Anne unserem Neuzugang den Verein etwas näher vor.
Diese gab ihr Debüt gleich mutig mit zwei Texten in Mundart. „Uner Licht“ ist ein Gedicht mit gesprochenen Versen in erzgebirgischem Dialekt und gesungenen traditionellen Liedstücken dazwischen. Es handelt vom Licht in der Weihnachtszeit und dem Rest des Jahres in Bezug auf den Klimawandel und dem Einsparen von Ressourcen. Es geht halt um mehr als nur Gas, Strom und Benzin, gebraucht wird Menschlich- und Herzlichkeit. Ein Gedicht was berührt und obendrein wunderbar vorgetragen wurde durch die Abwechslung von Singen und Lesen.
„Ganz normale Leit“ ist die Auseinandersetzung mit Klischees zu Flüchtlingen. Was so böse gesagt und gelästert wird, zur Realität, eine ukrainische Flüchtlingsfamilie bei sich zuhause aufzunehmen. Mit den Frauen aus vier Generationen ins Gespräch zu kommen, von Alltag, Träumen, Härte und Sehnsüchten zu erfahren. Der eindrücklich nachdenklich machende Text endete in einer Beschreibung der über 80jährigen Großmutter, die über ihre Heimat berichtet. Die sie loslassen musste, wo sie nicht weiß, was mit diesem Fleckchen Erde geworden ist und ob sie es jemals wiedersehen wird. Danke Heidi für die Einblicke. Bei uns entstand spontan eine Gesprächsrunde über unsere Vorfahren, deren Erlebnisse in den Weltkriegen und über die aktuelle Kriegslage außerhalb Deutschlands.
Peter schlug als nächstes für ein kommendes Sommerfest das Deutsche Landwirtschaftsmuseum Blankenhain vor. Ein großes Gelände in der Nähe von Zwickau, wo es allerhand Historisches zu Höfen, Agrartechnik, Tierhaltung uvm. zu sehen gäbe. Es wird in den Plan aufgenommen. Nun schloss er sich an, einen Auszug aus seiner Autobiografie zu lesen, an der er momentan arbeitet. Als studierter Arabist weit zu Vorwende Zeiten und Reisen in den vorderern Orient hat er immer viel zu erzählen. Er verglich die Ost/ DDR Zeit mit westlichen Zuständen, besonders die Situation und Lebensweise türkischer und arabischer Migranten. Näher beleuchtet wurde seine derzeitige Heimatstadt Leipzig und da ganz besonders die sogenannte Eisenbahnstraße. Wohl einst ein gefährliches Pflaster, ein „Little Arabia“ mitten in Sachsen, mit eigenen Geschäften und Gesetzen. Wir ermunterten Peter den Leser mehr in seine Gefühlswelt einzubeziehen, seine Meinung und Empfindungen offen zu legen. Weiterhin wäre es doch sehr spannend zu erfahren, wie hier in Sachsen jemand gesehen wird, der die Flüchtlinge versteht, wo sie sich doch oft unverstanden wähnen, in mehrfacher Hinsicht. Seine Autobiografie – ein sehr spannendes Werk und mit Sicherheit viel Fleiß und Konzentration erfordernd. Es folgte ein witziger Ausflug in die Welt der falsch verstandenen Liedtexte traditioneller Schallplattenmusik. Das in der Überschrift erwähnte Strubbelhaar war die „Stuppelhah“ was ein Abernten bezeichnet. Es bleiben die Stuppel/Stoppel – die harten Halme von Getreide z.B. über. Was haben wir gerätselt, gelacht und gegoogelt, haha.
Ein ganz anderes Kapitel in der Literatur beleuchtete nun Elke mit ihrem Text „Claussens Unsinn-Garten“. Er wurde für die Arbeit mit Grundschul-Kindern geschrieben und brauchte daher eine etwas andere Herangehensweise als ein „normales“ Gedicht. Es wurde heiß diskutiert über Textverständnis und was die Autorin eigentlich wirklich meine. Ihre Arbeitsweise mit dem Text wurde erfragt und eine neue, besser passende Überschrift – Das Baumhaus- gefunden. An solchen Beispielen zeigt sich wieder wie individuell geschaut werden muss, für was und wen das Geschriebene sein soll. Wie oberflächlich formuliert darf es sein, um immer noch zu passen und zu funktionieren?
Ruhiger am Tisch wurde es mit dem Ausklang von Silkes Versen, die vier Texte vorlas, die sich um Poesie und Maschinen drehten. Sie zeigte uns damit ihre Liebe zum Maschinenbau und der Erotik des Geruchs von Öl und Schweiß auf der Haut. Es wurde uns klar, dass Maschinenschilder, Ziffern, Bezeichnungen und Metallspäne weitaus poetischer und faszinierender sein können, als man so allgemeingültig denkt. Danke Silke und viel Erfolg beim Lyrik-Wettbewerb mit den Texten.
Damit ging eine höchst lebendige und vollgepackte Textwerkstatt im tietz Chemnitz zu Ende. Wir sehen uns zur Weihnachtsfeier in Dresden, zum Abschluss des FDA Jahres (fast) alle wieder.


Lenard James Cropley



18.11.2023 / 11.00 Uhr Textwerkstatt in der Stadtbibliothek Leipzig


Unser neuer Interessent, Hagen Hoffmann, der auch Mitglied bei uns werden möchte, stand schon vor der Tür unseres Veranstaltungsraumes „Franz Dominic Grassi". Nach und nach kamen Sabine, Dirk, Manuela, Peter sowie Daniela und Anna-Marie, die uns im Internet gefunden hatten und mal zuhören wollten. Sie möchten gern schreiben und wollten sich ein paar Tipps holen. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde las Hagen Hoffmann drei Passagen aus seiner Autobiographie „Schutzkind“ vor. Er erzählt darin von seiner Kindheit und der Schulzeit und hat auch authentische Dokumente beigefügt. Dieses Buch sollte in der Öffentlichkeit bekanntwerden, da in ihm sehr ausführlich die DDR-Zeit dargestellt wird. Er schreibt auch schon an einer Fortsetzung. Wir haben ihn als Mitglied aufgenommen.
Sabine las das sehr berührende Essay des israelischen Autors Mati Shemoelof „Dieser Krieg wird, wie alle Kriege zuvor, keine Lösung bringen“. Mati Shemoelof ist in Haifa geboren und lebt jetzt in Berlin.
Da Manuela gern Texte lesen möchte, las sie Dirks Kurzgeschichte „Nachts auf dem Flur“ vor. Die Geschichte nimmt am Ende eine unerwartete Wendung und wir diskutierten lange, ob der Leser, der nicht in den Kopf des Autors schauen kann,  mehr Informationen braucht, um die Handlung richtig zu verstehen. Manuela gab uns noch den Tipp, den gelesenen Text aufzunehmen und zwei Tage später noch einmal anzuhören. Zum Abschluss informierte uns Peter über das Leben der Bauern in vergangenen Zeiten. Er erzählte über das Schöffengericht und mit der Geschichte „Das Pfingstbier“ ließ er uns an den Pfingstfeierlichkeiten teilhaben. Seine historischen Texte sind sehr interessant und vielleicht kann er in der nächsten Textwerkstatt einen Vortrag darüber halten.


Anne Meinecke


17.11.2023 Bundesweiter Vorlesetag
Christian-Gottlob-Frege-Schule, Leipzig Thekla


Lesetag diesmal für eine 6. Klasse, die gerade das Mittelalter im Lehrplan hat? Na aber sicher! Der geschichtenerzählende Kampfzwerg hat einige passende Romane für diese Altersklasse im Repertoire. Aber wie das Leben so spielt, hatte mir der Medicus wegen eines „Turnierschadens“ an der Wirbelsäule abgeraten, in Kettenzeug und Helm zu schlüpfen. Das war aber kein Grund, die Rüstung zu Hause zu lassen. Und, statt den ganzen Kram mitsamt Büchern zu schleppen, was ich ja auch nicht tun sollte, habe ich meinen Hawazuzi (Handwagen zum Ziehen) damit beladen. Zwei Mal Kofferraum rein / Kofferraum raus, sollte kein Problem werden. Mein spanischer Schimmel war diesmal halt Packpferd statt Streitross.
So kam es auch, dass die Kinder Augen groß wie Teller bekamen, als ich in leichter Turnierkluft, also mit Reiterwappenmantel und Gugel, erschien und die Rüstungsteile einfach auf den Tisch packte.
Nach ein paar Seiten aus der Trilogie „Die Sagenerzählerin“, die im 13. Jahrhundert in Ligurien zur Zeit des Admirals Oberto Doria spielt, reichte ich einlaminierte A4-Fotos meiner Recherchereise zu Oberto Dorias Burg herum. Denn das Terra, das alte Wohnviertel zu Füßen der Burgruine in Dolceacqua, ist noch immer voll bewohnt, auch wenn die Gassen so eng sind, dass manchmal keine zwei Personen aneinander vorbeigehen können.
In der zweiten Unterrichtsstunde nutzten fast alle die Gelegenheit, sich die Rüstungsteile überzustreifen oder anzuschnallen, um sich gegenseitig zu fotografieren. Natürlich wurden auch unzählige Fragen dazu oder zu meinen Büchern gestellt. Lesezeichen, Kugelschreiber und Flyer zu meinen Kinder- und Jugendbüchern fanden reißenden Absatz. 

Begeisterung auf beiden Seiten. Und mein Versprechen, im nächsten Jahr wieder zum Lesetag in „meine“ Schule nach Leipzig zu kommen.


Sina Blackwood


© Fotoausschnitte - Herr Weihrauch



27.- 29.10.2023 FDA Literatur&Lesefest München


Mit gemischten Gefühlen fuhr ich nach München zu unserer Bundestagung, die diesmal FDA Literatur&Lesefest hieß. Werden sich die einzelnen Themenschwerpunkte zu einem Ganzen zusammen fügen und dem Anlass, 50 Jahre Freier Deutscher Autorenverband, gerecht und werde ich die einzelnen Veranstaltungsorte in München leicht finden?
Da ich vor der ersten Veranstaltung im Literaturhaus noch Zeit hatte, besuchte ich bei strahlendem Sonnenschein erst mal den Hofgarten. Von dort war es nicht weit ins Literaturhaus, wo ich einige FDA Mitglieder aus anderen Landesverbänden begrüßen konnte. Die Abendveranstaltung stand unter dem Thema „Freiheit, Gesellschaft, Ethik". Franz Westner und Oliver Guntner begrüßten die Gäste und gingen kurz auf die Geschichte des FDA ein. Danach folgte die Gesprächsrunde mit der Bachmannpreisträgerin Tanja Maljartschuk und Nora Gomringer mit der Moderatorin Cornelia Zetzsche u.a. über die Frage „Kann Literatur etwas gegen den Krieg bewirken?“ Tanja Maljartschuk meinte, sie kann Hoffnung zum Handeln geben und Nora Gomringer sagte: „Lyrik soll irritieren und trösten.“ Nach einer Pause, in der leckere Häppchen und Getränke serviert wurden, erfolgten noch die Autorenlesungen.
Am nächsten Tag ging es in der Seidlvilla mit dem Thema „Europa als Chance“ weiter. Wolfgang Hoffmann vom LV Brandenburg, der leider nicht anwesend sein konnte, hatte einen Vortrag zu Hubertus Prinz zu Löwenstein, der ein Freigeist und Publizist war und 1933 ins Exil gehen musste, ausgearbeitet. Horst Oberbeil, der leider erkrankt war, kam in seinem Vortrag „Freiheit gegen Nationalismus innerhalb der Europäischen Union im Spiegel der Literatur“ zu dem Schluss , dass die Literatur ein Ergebnis von Denkleistungen ist und nur Anstöße zur Änderung der Handlungsweise geben kann. Sie kann aber zur Toleranzbildung beitragen. Anschließend folgten Lesungen von FDA Mitgliedern zum Thema. Ich las meine Geschichte „Ein friedlicher Sommertag“, die in Frankreich spielt und in der die noch sichtbaren Überbleibsel des 2. Weltkrieges thematisiert werden.
Nach dem Mittagessen fuhren wir in den Botanischen Garten zum Lyrikpfad „Poetische Wortbilder klingen im Botanischen Garten“. Der Arbeitskreis Lyrik im öffentlichen Raum des FDA Bayern präsentierte im Rhododendronhain und der Farnschlucht seine Gedichte auf dreißig wetterfesten Stelen und acht Fahnen. Die anwesenden Autorinnen und Autoren lasen ihre dort veröffentlichten Gedichte, die auch zum jeweiligen Ort passten. Sehr beeindruckend!
Danach ging es in der Seidlvilla mit „Weibliche Blicke auf die Welt, das Leben, die Verhältnisse“ weiter. Dr. Erdmute Sylvester-Habenicht stellte in ihrem Vortrag fest, dass sich auch heute noch die Autorenschaft mit Männlichkeit verbindet. So wurde der erste Harry Potter Roman nicht mit dem vollen Namen der Autorin Joanne K. Rowling veröffentlicht, sondern nur unter J.K. Rowling.  Es dominiert der männliche Blick. Die Männer sind die Autoren, die Frauen die Leserinnen, die bevorzugt Trivialliteratur lesen, nackt auf dem Sofa, wie ein Werbefoto suggerierte. Silke Weniger, Literaturagentin in München, sprach über neue Wege der Buchentstehung. Lena Kiefer entwickelt ihren Fantasyroman zusammen mit ihrer Leserschaft auf Instagram. Er entsteht ohne Kritik und wird ein Bestseller, da die Käufer schon bereit stehen. Außerdem befürwortete sie das Gendern in der Literatur. Ilse Nagelschmidt kritisierte, dass Bildung sowohl im Schul- als auch im Hochschulsystem Ländersache ist. Auch bei der Auswahl der Pflichtlektüre in Schule und Studium dominiert der männliche Blick, d.h. es werden viel mehr Romane von männlichen Autoren gelesen. Ca. 75 % der Studierenden im Studiengang Deutsch als Lehramt sind weiblich, bei den Promovierenden sind es noch ca. 45 %, aber bei den Habilitationen sind es nur noch 12 %. Ein Neu- und Umdenken ist bitter nötig! Die musikalische Begleitung dieses Tagungsordnungspunktes übernahmen Ines Mitreuter, Klavier und Selma Mitreuter, Cello.
Nach dem Abendessen lauschten wir noch den Texten der FDA Mitglieder, wozu Anna Heller immer das passende Musikstück auf dem Klavier spielte.
Am Sonntag folgte nach der Bundestagung mit Wahl des neuen Präsidiums der Themenblock 2084 – Orwell, Gender und die Zukunft von Sprache und Literatur. Franz Westner leitete die Gesprächsrunde mit der Drag-Künstlerin Merrit Ocracy und Jan Geiger über Meinungsfreiheit, Genderthematik und Diversität. Merrit Ocracy meinte, der Mann ist überzeichnet, denn es gibt alle Geschlechter, da viele verschiedene Chromosomenkombinationen möglich sind. Ein Prozent der Menschen sind intersexuell. Diese Gruppe will durch die Sprache sichtbar werden. Zum Gendern sagte Jan Geiger, der am Theater arbeitet: „Für mich ist es Normalität, aber ich kann es nicht von anderen Menschen verlangen.“ Merrit Ocracy warf ein, dass im Slawischen auch das Verb gegendert wird. Die Sprache ist ein Bild der Gesellschaft und sie entwickelt sich im Alltag. Aber jeder muss seine Sprache finden! In der anschließenden Diskussion wurde die Frage aufgeworfen, ob es sich um eine Modeerscheinung handelt. Außerdem wurde angemerkt, dass durch das Gendern die Melodie der Sprache verloren geht.
Nach einem kleinen Imbiss erfolgte die Abschlusslesung der FDA Mitglieder, wieder begleitet von Anna Heller am Klavier.
Ich fand, dass sich die Themenschwerpunkte zu einem Ganzen zusammengefügt haben und sowohl die Vergangenheit als auch die Zukunft der Literatur, auch im europäischen Kontext, beleuchtet wurde. Besonders positiv fand ich, dass viele FDA Mitglieder ihre Texte vorstellen konnten und dass es auch Zeit für den gegenseitigen Austausch gab. Und trotz anfänglicher Bedenken waren die Veranstaltungsorte dank Franz guter Beschreibung leicht zu finden. Vielen Dank an die Organisatoren!
Der nächste Bundeskongress wird vom 25.10. - 27.10.2024 in Siegburg stattfinden und sich mit Exilliteratur und Migration beschäftigen.


Anne Meinecke


14.10.2023, 11:00 Uhr Bockau Magister George Körner Gesellschaft e.V., Auer Weg 13, 08324 Bockau
Lesung aus der FDA-Anthologie "Wege und Wurzeln"


Angekommen in einer urigen Dachstube, mit vielen dunklen Holzstühlen und einem goldenen -25-  Folienballon  fragten wir uns, was uns hier erwarten würde. Anwesend vom FDA waren Ligitta Nickel, Anne Meinecke, L.J. Cropley und auch Sandra Kersten als Drahtzieher- und Kontaktvermittlerin.
Dieses kleine Gebäude mit drei gehissten Fahnen an der Hauswand, der deutschen, tschechischen und sächsischen, im noch kleineren Bockau bei Aue machte doch Eindruck. Im Inneren ging es gemütlich förmlich zu, es gab ein dickes Gästebuch, worin man sich gleich verewigen sollte. Draußen regnete es in Strömen im nun beginnenden Herbst und wir waren froh, trocken an- und untergekommen zu sein. Gespannt setzten wir uns und harrten der Dinge. Der schmale Saal, der nur über eine enge steile Treppe zu erreichen war, füllte sich schnell und merklich. „Glück Auf“ war zu hören, Janker und Karomuster, Anzüge, Krawatten und steife Hemden zu sehen. Außerdem noch Sonnenblumen, Holzschnitzereien, Ölbilder, Fahnen und Schärpen mit goldbestickten Lettern und Borten. Ein großer Sessel stand hinter einem Eindruck schindenden Stehpult mit dem güldenen Vereinslogo. Und der Saal füllte sich weiter, am Ende hatte ich bei ca. 60 Personen aufgehört zu zählen. Draußen bereitete die Feuerwehr am Grill einen kleinen Imbiss aus Roster und Steaks (sorry nichts für Vegetarier oder Veganer) vor. Drinnen gaben sich Doktoren, Professoren, Anwälte, Notare, Landräte, amtierende und ex- Bürgermeister/innen aus Bockau und Umgebung die Klinke in die Hand. Eine Person stach besonders hervor: ein stämmiger Kerl in Mittelaltergewandung. Den dünnen langen Bart zu einen Zöpfchen gebunden, pelzgebrämtes rotes langes Gewand, Schnabelstiefel an den Füßen, Schwert an der Seite – eine wahrhaft majestätische Gestalt. Kaiser Barbarossa hatte sich aus der Vergangenheit aufgemacht, seine Glückwünsche standesgemäß zu überbringen. Mit ihm sprachen zu uns auch der Pfarrer, der Vorsitzende, die Bürgermeisterin, der Landrat von Stützengrün uvm. in wohl formulierten Worten.
So langsam dämmerte mir, warum wir hier waren. Die Magister Körner Gesellschaft e.V. feierte ihr 25jähriges Bestehen und hatte uns als Autoren mit einer Heimat-Anthologie als Gäste zum Vortrag eingeladen. Denn auch die MK Gesellschaft e.V. gibt jährlich ein Buch heraus. Somit war die Verbindung geschaffen: Heimat und Literatur.
Nach gefühlt zwei Stunden der Lobhudelei waren wir endlich dran. Anne stellte unseren Verband vor und ich war der Meinung, dass wir mit unserer Vereinsgeschichte da sehr gut anknüpfen konnten. Auch wir hatten Adel, Doktoren, Berühmtheiten und Glanz&Gloria zu bieten. Ich fühlte eine gewisse Anerkennung und Ehrfurcht im Raum. Nacheinander lasen  Anne, Ligitta und ich aus der „Wurzeln und Wege“ Anthologie, was gut und mit viel Applaus angenommen wurde. Dann war Schluss und wir wollten uns der Kulinarik und prickelnden Getränken (Roster mit Mineralwassser) widmen. Doch plötzlich setzte sich jemands ans Klavier und schlug vertraute Töne an. Mit standing ovation brummten und schmetterten wir als großer Chor das „Steigerlied“. Ich kannte nur die erste Strophe so ungefähr, aber als „Ausländer“ nahm uns das keiner übel :-). Nun wars endlich zu Ende und wir durften etwas zu Essen holen
Es entstanden nette Gespräche, wir verkauften unsere wenigen mitgebrachten FDA Bücher und verschenkten Lesezeichen, Flyer und Bleistifte. Wir besuchten im Nebenraum die Ausstellung zu früherer Handschuhproduktion und Spankorbflechterei und im Untergeschoss zum Schnitzerhandwerk. Bergmänner, Engel, Mägde, Klöpplerinnen, Bäume und Kühe aus Lindenholz standen in trauter Einheit friedlich nebeneinander.Urig traditionell, wie man das vom Erzgebirge gewohnt ist. Dazu viele liebe Leute, die uns alles geduldig und ausschweifend erklärten. Gefüllt von soviel Festlich- und Herzlichkeit traten wir vier den Rückweg an und siehe da, der Regen hatte aufgehört.
Vielen Dank an die Magister Körner Gesellschaft e.V. für die Einladung und alles Gute für weitere Jahre im Heimatverein Bockau

Lenard James Cropley



11.10.2023, 18:00 Uhr Stadtbibliothek Leipzig
Lesung aus der FDA-Anthologie „Wege und Wurzeln"


Ich war aufgeregt und hoffte, dass alles mit der Technik klappt. Im Saal „Huldreich Groß“ war schon alles für die Lesung vorbereitet. Sogar die Vase für die mitgebrachten Blumen stand schon wassergefüllt auf dem Tisch. Auch die Abspielung der Videos mit dem Beamer funktionierte. Die Lesenden waren inzwischen eingetroffen und Katja hatte unseren jüngsten Zuhörer, ihren fünfjährigen Enkel, mitgebracht. Kurz vor Beginn der Lesung füllte sich der Saal. Es waren ca. 30 Personen gekommen, darunter auch Jüngere, was uns sehr freute.
Nach einer kurzen Vorstellung des FDA und unseres Landesverbandes spielten wir Carlos Ampié Lorías erstes Video ein. Da er ein Seminar in Dresden halten musste, hatte er seine Gedanken zum Thema Heimat und das von ihm zur Gitarre gesungene Lied „se equivocó la paloma" aufgenommen. Danach beschrieb Katja Ullmann aus Dresden die Reise eines Vaters mit seiner erwachsenen Tochter in seinen Geburtsort, den er mit drei Jahren verlassen musste und nun nach Erinnerungsspuren suchte. Dann sollte Marlis Michel aus Leipzig lesen. Sie hatte sich sehr auf diese Lesung gefreut, doch leider war sie im September 2023 verstorben. So las ich zum Bild von Marlis, das wir über den Beamer einspielten, ihre Erinnerungsgeschichte „Vaterland und Mutterkreuz". Anschließend erzählte Elwira Krupp, die in Polen geboren ist, in „Das Fichtenland" von einem Kind, das im Gespräch mit seinem Großvater die wechselvolle Geschichte Polens nicht versteht. Danach hörten wir noch ein Lied von Carlos, das er aufgenommen hatte. Reina Darsen erzählte in „Betroffenheit" von einer Reise in ihre alte polnische Heimat, in der sie einigen Bettlern begegnete. Dazu passte auch gut ihr Gedicht „Elend und Reichtum". Zum Abschluss las Anne Meinecke von einer Rückkehr in ihren Kindheitsort und warum sie lange nicht dort war.
Nach der Lesung kamen wir noch mit einigen Besucherinnen und Besuchern über die verschiedenen Facetten von Heimat ins Gespräch. Sie interessierten sich nicht nur für unsere Anthologie, sondern auch für „Land über und Land unter", die DDR-Anthologie des Leipziger Vereins DIALOG e.V..
Vielen Dank an Frau Grellmann, die alles gut vorbereitete und uns sehr gut betreute.


Anne Meinecke


Hier finden Sie den Link zum Lied von Carlos A. Ampié Loría

https://www.youtube.com/watch?v=7P85r5WBVeI

Rede und Lied se equivocó la paloma
Text des Liedes: Rafael Alberti

Vertonung: Wenzel
www.youtube.com


07.-08.10.2023 Děčín / Tschechien – Lesung mit tschechischen Autoren im Coffee & Books // Mitgliederversammlung


Ich stand 12:00 Uhr vorm Hotel und dachte nach einer Weile leicht verwirrt, ich hätte mich im Wochenende geirrt, weil niemand sonst auftauchte. Ich habe sogar die Mails, die unser Jahrestreffen beinhalteten noch mal genauestens studiert. Irrtum normalerweise ausgeschlossen.
Kurz vor halb eins tauchten dann endlich auch die anderen auf. Anreise mit leichten Hindernissen. Mal hat einer am falschen Bahnhof gestanden, dann die einen drinnen gewartet, die anderen draußen.
Sie checkten rasch ein und schon wanderten wir nach fast nebenan ins Restaurant U Pekaře, um lecker Mittag zu essen. „Ertrinkender Mann mit Brot“ haben wir vorsichtshalber nicht bestellt – es sprach keine der Kellnerinnen Deutsch, um aufzuklären, was sich dahinter verbirgt. Mit Englisch ging es schon besser, aber man weiß ja nie …
Am Nachmittag begaben wir uns individuell auf die Pirsch durch die Stadt. Die meisten natürlich zum Schloss, das diesmal ohne Gerüste im Innenhof zu bewundern war. Eine Pfauhenne führte Küken und die anderen wundervollen Pfauen ließen uns ganz nah heran zum Fotografieren. Das gepflanzte Herz unterhalb der geschwungenen Brücke existiert noch, den riesigen uralten Bäumen im Innenhof geht es gut. Petrus‘ Tränenfluss hielt sich, wie fast immer, wenn wir literarisch unterwegs sind, in absoluten Grenzen. Beste Voraussetzungen, dass auch am Abend alles bestens sein werde.
Genau so traf es dann auch ein. Radek Fridrich brachte Laptop und Beamer mit, um die jeweils in die andere Sprache übersetzten Geschichten an die Leinwand zu projizieren.


Die Lesereihenfolge:
1. Katja Ullmann - Heimweh
2. Sina Blackwood - Standorttreue
3. Marcel Deli - Man soll nicht mit dem Zeigefinger zeigen
4. Elke Krauße - Die Schlange im Froschteich
5. Elwira Krupp - Ein Tag im Leben einer Katze
6. Radek Fridrich - Linie 1
7. Silke Weizel - Der Wald, Zauberblau, Baumfreundschaften
8. Anne Meinecke - Rückkehr

Es waren überwiegend lustige Geschichten im Repertoire, die für herzhaftes Lachen sorgten. Wir freuen uns jetzt schon auf das nächste Treffen.
Am Sonntag aßen wir individuell Frühstück, checkten aus und trafen uns danach im Konferenzraum des Hotel Česká Koruna zur Mitgliederversammlung. Nach sämtlichen Rechenschaftsberichten ging es um die Planungen für 2024 und natürlich für das Kulturhauptstadtjahr 2025. Für die Titelfindung unseres Bundeskongresses werden alle Vereinsmitglieder zuarbeiten müssen, damit wir uns aus der Masse der 2025er Veranstaltungen abheben und im Gedächtnis bleiben können.
Pünktlich gingen wir zum Mittagessen ins Indische Restaurant Taj Mahal. Dort bescherte man uns eine Abreise mit leichten Hindernissen, weil man allen gleichzeitig das Essen servieren wollte, was wir so nicht vorgesehen hatten. Da wurde es für jene, die zum Zug mussten, ziemlich eng.
Wie heißt es so schön? Wenn einer eine Reise tut …


Sina Blackwood



© Fotos Katja Ullmann




23.09.2023 / 11.00 Uhr Textwerkstatt in der Stadtbibliothek Chemnitz


Diesmal waren wir sechs Literaturinteressierte, darunter auch Sandra und Enno. Wir freuten uns auch über eine neue Interessentin, Evelyn. Sie wollte schon immer mal schauen, was wir so machen. Sie hatte auch gleich eine Auswahl ihrer Bücher, vom Kinderbuch über Lyrikband bis zum autobiographischen Roman mitgebracht, aber leider keinen neuen Text.
Elke stellte uns ihr Kinder-Mitmach-Gedicht „Frau Sonne malt einen Regenbogen“ vor, an dem wir einige stilistische Kleinigkeiten besprachen. Enno hatte einen sehr interessanten Dialog eines Paares über Schönheitspflege verfasst. Wir waren unterschiedlicher Meinung, wann er am besten die Geschichte beenden sollte.
Sandra, unsere Lektorin, gab uns den Tipp, die Füllwörter im Text durch Adjektive, Substantive oder andere Wortarten zu ersetzen. Sie fände es auch gut, wenn wir länger an unseren Texten arbeiten. So wollen wir ab jetzt unsere überarbeiteten Texte zur nächsten Werkstatt wieder mitbringen und erneut vorstellen.
Weiterhin bereiteten wir die Lesung in Bockau am 14.10.2023 vor und sammelten Ideen für den Bundeskongress 2025 in Chemnitz.


Anne Meinecke


Lesungen zu den Interkulturellen Wochen in Chemnitz
9. September 2023, 12:00 bis 15:30 Uhr, Chemnitzer Markt


Am 9. September 2023 werden die interkulturellen Wochen in Chemnitz eröffnet.
Wir, der Freie Deutsche Autorenverband LV Sachsen, freuen uns sehr, in Kooperation mit dem Haus der Kulturen in diesem Jahr erstmals ein Format von Lesebühne vorzustellen, das es so zu dieser Veranstaltung noch nicht gab.
In der Zeit von 12:00 bis 15:30 Uhr werden im Bereich des Vokabulariums HobbyautorInnen, PoetrySlammerInnen und ganz junge LerserInnen ihr Können unter Beweis stellen. Zu jeder vollen Stunde wird es ein kleines Highlight geben.
Wer an diesem Tag auf dem Chemnitzer Markt an unserem Pavillon den Geschichten und Gedichten lauscht, ist auch herzlich eingeladen, ein Buch im Tausch mitzunehmen.
Also liebe ChemnitzerInnen, kommt am 9. September ab 12:00 Uhr zur Eröffnungsveranstaltung der interkulturellen Wochen. Wir freuen uns auf Sie.
Silke Weizel
12:00 Uhr Eröffnung Pariya, Ahmed, Silke
13:00 Uhr Mundartliche Gedichte Heidi Meyer
14:00 Uhr Elke (Zottellotte?)
15:00 Uhr Frida Sternkopf
Dazwischen Hobbyautoren und Musik.


16.09.2023 / 11.00 Uhr Textwerkstatt in der Stadtbibliothek Leipzig

Heute stand ein Lesetraining mit Luise auf unserem Plan, zu dem trotz des herrlichen Sommerwetters fünf Interessenten kamen, darunter Manuela, die das Angebot spannend fand.
Luise erläuterte erst einmal die wichtigsten Regeln für ein effektvolles Lesen der eigenen Texte.
- zu Hause den Text mehrmals laut lesen
- keine Kommas lesen
- nicht zu schnell lesen
- die Worte im Text unterstreichen, die man selber hervorheben will
- bei Gedichten einen Bezug herstellen und flüssig lesen
Ulrike probierte den letzten Punkt an ihren Gedichten gleich aus. Wenn sie die Zeilen nicht einzeln las, erzählte sie eine Geschichte, was die Zuhörer wesentlich mehr fesselte. Anne las ihren Text „Rückkehr“ aus unserer Anthologie und Luise gab ihr den Tipp, am Ende des Satzes darauf zu achten, dass die Stimme nicht nach unten kippt und man auch noch das letzte Wort versteht. Da Manuela keinen eigenen Text mitgebracht hatte, las sie noch mal „Rückkehr“. Diesmal klang es wie eine erzählte Geschichte, fast wie ein Märchen und alle Zuhörerinnen hingen an ihren Lippen. Luise   las danach den Text wesentlich nüchterner. Wir fanden es sehr interessant, wie ein Text so verschieden wirken kann. Sabine hatte ein Erlebnis aus ihrer Lehrzeit aufgeschrieben und da wir noch Zeit hatten, arbeiteten wir noch am Text.
Es war eine sehr interessante und lehrreiche Textwerkstatt. Auch im nächsten Jahr wollen wir wieder ein Lesetraining anbieten. Die nächste Werkstatt am 18.11.23 in der Leipziger Stadtbibliothek wird sich wieder mit den mitgebrachten Texten beschäftigen.


Anne Meinecke


10.08.23, 19:00 Uhr - Siebte offene Lesebühne | Literatur im Erzgebirge e.V.

ORT: Vortragssaal smac, 5. OG


Heute folgten Autoren aus dem Erzgebirge, aus Berlin und Chemnitz der Einladung von Constanze Ulbricht und lasen im SMAC.
Vom FDA LV Sachsen waren Enno Wetzel und Silke Weizel dabei.
Enno gab sein Lesungs-Debüt mit herzerwärmender Lyrik. Seine klare, schmeichelhafte Wortmelodie verzauberte Autoren wie Gäste gleichermaßen. Die Zuhörer durften den fühlbaren Schmetterlingen seiner Gedichte lauschen, bevor diese auf der Zither musikalisch unterstrichen wurden.
Silke fand abschließend melancholische Worte für den Abend. Ob nun Juliette, das 16-jährige Mädchen, das sich im Krieg alleingelassen fühlt oder der halbe Mensch, der nicht mehr weiß, warum er sein Gegenüber immer noch liebt, es war eisig kalt. Überraschend neu und in einem ganz ungewohnten Stil fand sie dennoch warme Worte auf den Weg. Es war ein Bibliothekar, der die Veranstaltung mit Ablauf der Sanduhr beenden durfte.


Sikke Weizel



Mit freundlicher Genehmigung von Enno Wetzel und Silke Weizel.



Sonntag 02.07.2023 - Sommerfest in Waldenburg

Aus allen Ecken Sachsens waren sie angereist, die Autorinnen und Autoren des FDA Sachsen e.V. um sich wiederzusehen und den Sommer zu feiern. Die Location stand, das Wetter war wunderbar, niemand hinderte uns daran, es uns gut gehen zu lassen. Mit einer anderthalbstündigen Führung im Schloss Waldenburg, in nur vier Jahren nach dem englischen Tudor-Stil gebaut, ging es los. Viel Gold und Silber, antikes Holz, weiche, große und teure Teppiche und so mancher Orgelton wurden uns vorgeführt. Wir hörten Geschichten von Ottos und Geliebten und angeblichen Söhnen. Von niederen und höheren Diensten, von Krankenhausbetten in Schlossetagen und Geheimtüren in Bibliotheken mit fake-Buchrücken. Anno dazumal war längst nicht so rückständig wie gedacht, so gab es im Schloss mehr Strom als im Ort drumherum, Staubsaugerleitungen aus der Wand heraus und Vitrinenschränke mit versenkbaren Schiebetüren. Dass die Abluft eines Küchenherds  unterirdisch abgesaugt wurde, verblüffte sehr  und sowieso ganz viel Ausgeklügeltes zu Klimageräten, Luftaustausch und durchdachten Glaseinsätzen, die allen Ansprüchen an Wetter, Nässe und Wärme gerecht wurden. Sehr beeindruckend. Was gibt es alles noch zu erzählen von Holzvertäfelungen, schickem Kunstbeton, dem vereitelten Diebstahl einer riesigen Golduhr (die Diebe waren mit einem Moped angerückt) von unfassbar großen und 350 kilo schweren Bleiglass Kronleuchtern, von Schostakowitsch im Speisesaal und so vielem mehr. Wir konnten kaum alles mit Aug und Ohr aufnehmen und „fassen“. Mit Sicherheit ist ein weiterer privater Besuch nötig, um das Schloss mit seinen anderen Räumen und dem toll gestalteten Park und restlichem Ambiente vollends zu sehen und erleben. Wer aber wissen möchte, was es mit der Titanic und Napoleon vor Ort auf sich hat, der muss schon selbst hin und sich eine Führung geben lassen. Es gibt dafür auf jeden Fall eine Empfehlung von mir.
Damit soll dieser Programmpunkt genug beleuchtet sein. Weiter geht’s mit der Kulinarik und Teil 2.


Lenard James Cropley


2. Teil "Der Stillen Naturfreude" Nachdem sich die Liebhaber der Dichtung am Grillbüffet gestärkt hatten, begaben wir uns auf einen poetischen Spaziergang durch den „Grünefelder Landschaftspark“. Einer der Ottos beauftragte Landschaftsgestalter und Architekten 1780 zwischen der Muldenaue und Oberwinkel, einen Flanier- und Lustgarten zu erschließen. Geplant, durchdacht und umgesetzt nach englischem Vorbild, entstand das geliebte und viel besuchte Kleinod. Auch wir genossen diese Idylle und machten uns mit ein paar Gedankendichtungen vom „Mühlenhall“, „Der halbe Mensch“ und der Wanderballade vom „Tunichtgut“ auf dem mehrstufigen Fußweg des Parks. An der Gesundheitsquelle, auch Hirschtränke genannt einem Tempel
nachempfunden, mit der Inschrift: „Der Gesundheitsbringenden Hygiea zum Geschenke geweiht“.
Hier gab es die erste literarische Einlage. Mit dem „Mühlenhall“ versuchte ich das Klappern, der längs verschwundenen „Glänzelmühle“ nachklingen zu lassen. Dabei half mir, das sich durchs gesamte Areal schlängelnde Bächlein. Anschließend fühlte sich Silke nicht ganz vollkommen. In ihrem einfühlsamen Gedicht „Der halbe Mensch“ zeigte sie uns, die Verletzbarkeit der menschlichen Seele. Nicht ganz so fühlbar, aber hörbar ging es weiter. Aus der Legende der Glänzelmühle geht hervor, dass der nicht so tüchtige Glänzel Knabe eigentlich auf Wanderschaft gehen sollte. Doch dazu kam es nicht. Er verliebte sich in die Witwe einer im Tal klappernden Mühle, die heute nur noch auf Bildern zu sehen ist, aber seinen Namen trägt. Also versuchten wir mit Gesang und melodiöser Begleitung, seine Geschichte zu erzählen. Dann ging es zur aufgeschütteten Grotte mit höllenartigem Versteck, auf deren Spitze bereits die Götter der Dämmerung Platz genommen hatten. Schweigend verließen wir diesen mystischen Ort und begaben uns zum Badehaus, das von einer sitzenden Sphinx bewacht wird. Obwohl in diesem schwarzen, im klassizistischen Baustil errichteten, Gebäude nie gebadet wurde, könnte man davon ausgehen, dass das sogenannte „Waldbaden ohne Wasser“ damit versinnbildlicht wurde. Am mit Teichlinsen besetzten Gewässer trug uns Silke ihre „Baumfreundschaft“ vor und führte uns somit zum nächsten Highlight. Es ging zum schönsten und interessantesten Baum des Parks. Ein Magnet für Jung und Alt. Es ist eine Rosskastanie, die ihre starken Arme über den Wiesenboden ausbreitet und jedermann zum Klettern, Sitzen oder Bewundern einlädt. Auch Reni und Silke wollten den Aufstieg, mit Hilfe einer Räuberleiter, auf dem etwa 30 cm über dem Boden schwingenden Ast, wagen. Leider vergebens! Zum Schluss erreichten wir den Ausgang oder des Amüsements, das im roten Sandstein erstrahlende Renaissanceportal "Der Stillen Naturfreude". Es symbolisiert den Ein- oder Ausgang der Parkanlage und eröffnet uns den Blick auf ein Kleinod klassizistischer Bauwerke und Gartengestaltung, die das Zeitalter der Aufklärung und Empfindsamkeit für jedem Besucher erlebbar vergegenwärtigt. Nach all der Grazie und Vielseitigkeit der Anlage flanierten wir wieder, berauscht von der Stille, dem Vogelgezwitscher und dem lustig dahin plätschernden Bächlein, zurück zur Glänzelmühle. Bevor sich wieder alle auf dem Heimweg machten, ließen wir das Sommerfest des FDA Sachsen bei Kaffee und Kuchen ausklingen. Es war mir eine Freude, den Teilnehmern des Sommerfestes 2023 „Waldenburg“ und den „Grünefelder Park“ etwas näherzubringen. Auch wenn der geschichtliche Hintergrund zuweilen nicht ganz korrekt belegt ist, so inspirierte uns die Naturidylle zum Waldbaden und zum poetischen Flanieren, um den zurzeit etwas schwebenden Alltag auszublenden.


Ligitta Nickel




30.06.2023


Es war ein neues Format.
Das gemeinsame Projekt der Mittelsächsischen Kultur gGmbH und der Sparkasse Mittelsachsen, das Literaturfestival LeseZeichen brachte am Wochenende Künstler und Besucher an ganz besonderen Orten in Mittelsachsen zusammen.
Ich war gemeinsam mit weiteren interessanten Schriftstellern in der Jugendkunstschule Frankenberg dabei. Musikalisch mit Gänsehautmomenten untermalt und sehr angenehm persönlich moderiert von Rüdiger Kempt durfte sich das Publikum über eine Mischung aus Belletristik, Chronik und Lyrik freuen. Besonders „Der Bibliothekar“ wurde sehr emotional in das liebevoll sanierte Gebäude getragen.


Silke Weizel





22.06.2023 18.30 - 20.30 Uhr Zentralbibliothek Dresden
Lesung aus unserer Anthologie "Wege und Wurzeln"


Bei hochsommerlichen Temperaturen fand sie endlich statt, unsere Gemeinschaftslesung mit den Autoren und Autorinnen aus der Schreibwerkstatt von der Akademie für Ältere Heidelberg. Die Leiterin, Bärbel Niklas, hatte die Zentralbibliothek Dresden im Herbst 2019 angeschrieben und um einen Kontakt mit einer Schreibgruppe aus Dresden gebeten. Frau Meißner hatte die Mail an uns weitergeleitet und wir vereinbarten eine gemeinsame Textwerkstatt mit Lesung im März 2020. Leider kam die Pandemie dazwischen und dieser, sowie weitere Termine fielen aus. Inzwischen arbeiteten wir an unserer Heimatanthologie, fragten Frau Niklas, ob sich ihre Schreibwerkstatt auch beteiligen möchte und nahmen die Texte von zwei Autorinnen und einem Autor in unsere Anthologie auf. Jetzt waren wir sehr gespannt auf unsere Gemeinschaftslesung.
Nach einer kurzen Vorstellung des FDA und unseres Landesverbandes las Angelika die sehr berührende Geschichte über die Aufzucht und das Leben mit zwei Wölfen in einem privaten Haushalt in Moritzburg. In unserer Anthologie sind auch Gedichte und kurze Geschichten von Jonas, der sich nach einem Fahrradunfall wieder mühsam zurück ins Leben gekämpft hat, enthalten. Er las Gedichte über das Leben und die Liebe sowie die Kurzgeschichte „Die Lärche mit der Lerche“. Katja beschrieb das Heimweh einer Nicaraguanerin nach nicht mehr vorhandenen Orten und verschwundenen Personen.
Den Leseblock der Heidelberger Autorinnen und Autoren eröffnete Bärbel mit Gedichten über das Leben und das Schreiben. Danach folgten Helga, Beate und Willi, die, da sie nicht in der Anthologie vertreten sind, extra für diese Lesung Texte zum Thema Heimat geschrieben haben. Beate sogar ein Gedicht in Kurpfälzisch, dem Dialekt, der in Heidelberg und Mannheim gesprochen wird. Wilfried sinnierte in  „Meine rote Heimat“ über eine zukünftige Heimat auf dem Mars. Er möchte sich lieber mit der Zukunft beschäftigen und nicht mit der Vergangenheit.
Danach folgte Horst mit „Dresden - kurz vor Sibirien“, ein Reflektieren über die Stadt und sein Verhältnis dazu. Grit, auch ein Gast, der unsere Anthologie bereichert, las einige persönliche und gesellschaftliche Erinnerungsgedichte aus „Wege und Wurzeln“ und noch ein neues Gedicht über den verschiedenen Umgang der Menschen mit der heutigen Informationsflut. Elwira erzählte die Geschichte Polens aus der Sicht eines Kindes im Gespräch mit ihrem Großvater. Zum Abschluss beschrieb Anne in „Aber an die Elbe muss ich immer“ ihr zwiespältiges Gefühl zu  Dresden.
Für die musikalische Umrahmung sorgte Carlos, der wieder passende Lieder zum Thema „Heimat“ zur Gitarre sang.
Trotz des heißen Sommerwetters hatten wir ca. 30 Zuhörerinnen und Zuhörer. Und es muss eine interessante Lesung gewesen sein, da ein Mann fast die ganzen zwei Stunden hinter der letzten Stuhlreihe stand und sich erst kurz vor Lesungsende entschloss, sich hinzusetzen.
Vielen Dank an Frau Meißner von der Zentralbibliothek für die gute Vorbereitung der Lesung.
Im nächsten Frühjahr werden wir gemeinsam mit den Heidelberger Autorinnen und Autoren in der Akademie für Ältere in Heidelberg lesen. Vielen Dank für die Einladung und wir freuen uns!


Anne Meinecke


17.06.2023 / 11;00 Uhr Textwerkstatt im dastietz, Stadtbibliothek Chemnitz

Pilzhotel und Büro am Ostseestrand


Nachdem sich der Vormittag fast herbstlich zeigte und die Bibliothek relativ ruhig und leer war, fanden sich auch nur wenige Mitstreiter zur Werkstatt ein. Am angestammten runden Tisch besprachen wir das bevorstehende Sommerfest in Waldenburg Anfang Juli. Zu Schlossbesuch, Einkehr in die Glänzelmühle und Literarischem Spaziergang wird es einen gesonderten Erfahrungsbericht geben.
Weiterhin ging es um Veröffentlichungen, Interesse von evtl. neuen Mitgliedern und die Durchführung der Decin-Tour dieses Jahr. Es gab weiterhin die Idee eine sorbisch-deutsche Lesung zu veranstalten, ein Text ist in der aktuellen „Wege und Wurzeln“ Anthologie enthalten.
Zum Ende unserer Arbeitszeit hin, fand ein besonderer Gast zu uns. Almut Fehrmann, die ehemalige langjährige Vorsitzende des FDA Sachsen. Nach kurzer Begrüßung erzählte sie uns vom Projekt der umgezogenen Universitätsbibliothek, dass dort Geschichten zur unterschiedlichen Nutzung des riesigen alten (jetzt neu sanierten) Gebäudes aus der Historie gesucht werden. Standort ist am Schillerplatz Chemnitz, neben dem Omnisbusbahnhof. Je nach Umfang und Ausmaß der Einsendungen könnte zum Beispiel ein Buch daraus entstehen. Nicht nur die Stadtbibliothek, das Puppentheater und später Kunstausstellungen waren darin untergebracht, sondern noch etwas Spannendes besonders für uns FDAler. Denn dort geschah der Beginn, die Gründung des FDA Sachsen u.a. mit Hans Dietrich Lindstedt und Hans Werner Ballarin. Ebenso die Neue Sächsische Galerie (NSG) war dort gegründet worden. Jetzt befindet sie sich auch im tietz, unterhalb der Bibliothek. Da auch ein FDA Büro in der ehemaligen Aktienspinnerei untergebracht war, suchte Almut Bilder und Stories, die vielleicht in der FDA Chronik zu finden seien. Anne Meinecke wird dem auf die Spur gehen und wir anderen, auch Nichtanwesende, besonders Chemnitzer (Karl-Marx-Städter)sind eingeladen, sich an Erzählungen von anno dazumal zu beteiligen. Texte (und Fotos?) bitte an Anne per Mail senden.
Nachdem Almut sich verabschiedet hatte, gab es noch Raum für literarische Werke. Heute „nur“ aus der Kategorie Lyrik. Ligitta Nickel präsentierte uns den „Seifenblasentanz“ ;-), ein Gedicht für Kinder. Sie hatte es in ihrer pädagogischen Arbeit auch schon am kleinen Publikum ausprobiert, das die Zeilen für gut befunden hatte.
„Aus dem Pilz-Hotel einen schönen Gruß“ brauchte fürs Verständnis doch etwas Erklärung. Ligitta fertigt große und kleine Holzpilze, die in den Garten gestellt werden können, um den Bodeninsekten als Nahrung und Zuhause zu dienen. Dazu gab es den Text bei der Geschenkübergabe.
Enno-Jörg Wetzel, über dessen Besuch wir außerordentlich erfreut waren, zeigte uns seine neueste Idee eines Mini Kalenders.

Ein Kalenderblatt:
Ende
des Meeres
Anfang des Himmels
Konkretes Ziel vager Sehnsucht
Horizont
Mit kleinen (ist wörtlich zu nehmen) Texten und Fotos hoffte er Kalender-Minimalisten zu erfreuen und ist auf der Suche nach einer Vermarktungs-/Veröffentlichungsmöglichkeit. Wir wünschen ihm viel Glück und Erfolg dafür.


Lenard James Cropley


10.06.2023 / 11.00 Uhr Textwerkstatt in der Stadtbibliothek Leipzig


Trotz des herrlichen Sommerwetters kamen fünf Interessenten zu unserer Textwerkstatt, darunter auch Cindy, die ich zur Leipziger Buchmesse kennengelernt hatte. Wir freuten uns sehr, Peter wieder zu sehen, der seine Romantrilogie zu Friedrich Wilhelm von Luedersdorff, einer seiner Vorfahren, beendet hatte und den letzten Band mitbrachte. Es ist eine umfassende Darstellung des beruflichen Werdeganges des weltbekannten Wissenschaftlers, der die Vulkanisation in Preußen erfand und verdient auf alle Fälle öffentliche Aufmerksamkeit. Ich hoffe, dass eine öffentliche Lesung in der Stadtbibliothek bzw. an der Universität Leipzig möglich ist.
Peter hatte eine neue Geschichte über die Bauern zu verschiedenen Zeiten mitgebracht, für deren weitere Gestaltung wir ihm einige Tipps gaben. Cindy las den Anfang ihres geplanten Romans, der 1500 Jahre nach der Zerstörung der Erde auf deren Rest spielt und in dem die Protagonisten nach und nach herausfinden, was zur Zerstörung geführt hat. Spannend, aber wir hoffen, dass dieser Zustand nie eintritt.
Weiterhin informierten wir Cindy über unseren Verband. Sie denkt über eine Mitgliedschaft nach. Wir würden uns sehr freuen.
In der nächsten Leipziger Textwerkstatt am 16.09.23 wird Luise mit uns ein Sprech- und Lesetraining durchführen und das Lesen unserer eigenen Texte üben.


Anne Meinecke

13.05.23  / 11.00 Uhr Textwerkstatt in DASTietz Chemnitz


Ihr kennt meinen Spruch vom Wetter ... soll heißen, es war wieder fantastisch, mit viel, viel Sonne. Heute hatten wir (Anne, Elke, Silke, Lenard James und ich) zwei Gäste bei der Textwerkstatt, Lilli aus Chemnitz und Alexander aus Dresden, der auf der Leipziger Buchmesse auf uns aufmerksam geworden war.

Nach einem Haufen organisatorischem Kram etwas längere Vorstellung für Alexander, weil einfach eins ins andere übergriff. Dann gingen wir zu den Texten über. Zuerst beklagte ich die Standorttreue eines Laubbläsers, der leider niemals in den Süden zieht.

Lilli nahm uns mit zu einem Fliederbusch, dem sie die Blütenzweige rettete, indem sie ihren eigenen Fliederstrauß zum Muttertag mit anderen teilte.

Silke schwelgte in roten Backsteinwerkhallen, beschwor das Morgenrot, um schließlich festzustellen, dass sie sich selbst als Lieblingsmenschen behandeln sollte.

Elkes Bummelhummel malte uns mit Hummelgebrummel bunte Bilder in den Kopf. Und wir erfuhren, dass die Schwalben keine Gabel brauchen, um leckere Mückenbeine zu verspeisen.

Alexander beschrieb "Im Großen und Ganzen ein fließender Traum", was alles im Unterbewusstein geschehen kann. Und er gab dem Wörtchen "eigentlich" in einem anderen Werk eine besondere Note.

Lenard James verzehrte sich in "Sehnsucht", während Anne die "Tage wie Nebel" genauer definierte.

Am Ende saßen Silke, Elke und ich noch länger zusammen, um letzte Entscheidungen zu den Interkulturellen Wochen und diversen anderen Aktionen zu treffen.

Wir hoffen sehr, dass sich unsere Gäste in unserer leicht chaotischen Runde wohlgefühlt haben und wiederkommen werden.


Sina Blackwood



10.05.2023 "Das demokratische Chemnitz liest!"
2023 jährt sich die großangelegte Bücherverbrennung durch die nationalsozialistische Studentenschaft zum 90. Mal. Aus diesem Anlass lesen wir wieder von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang an unterschiedlichen Orten der Stadt aus verbrannter Literatur und aus couragierten Texten.


Das Wetter war heute dem Anlass angemessen: grau und regnerisch. Man kann ja auch nur weinen, wenn es um verbrannte Bücher geht.
Ich habe 14:45 Uhr in der Stadtbibliothek Chemnitz aus "Doktor Erich Kästners Lyrische Hausapotheke" gelesen. Kästner hat so viele Facetten, die man immer und immer wieder neu zum Funkeln bringen kann. Und so haben gleich drei Vorleserinnen seine Werke zu Gehör gebracht.
Es waren diesmal insgesamt erfreulich viele Lyrikbeiträge vertreten. Aber auch der "D-Zug dritter Klasse" von Irmgard Keun war im Repertoire, genau wie die "Ratschläge für einen schlechten Redner" (mit Ironie zu verstehen) von Kurt Tucholsky.
Schade, dass die Veranstaltungen im Tietz (Stadtbibliothek und anschließend Bühne am Steinernen Wald so spärlich besucht waren. Alle Lesenden waren jedenfalls mit Herzblut und einer interessanten Auswahl der Beiträge bei der Sache.
Für das nächste Jahr habe ich mir, kaum wieder zu Hause, schon das Buch eines Schriftstellers bereit gelegt, den nicht jeder im heimischen Regal haben dürfte.


Sina Blackwood


27.4.2023 - 30.4.2023 FDA Sachsen auf der Leipziger Buchmesse


Endlich wieder Buchmesse in Leipzig!
Der FDA Sachsen hatte erstmals einen Gemeinschaftsstand mit unserem Mitglied Sina Blackwood. Wir waren sehr auf die Resonanz unserer Bücher und natürlich unserer neuen Anthologie „Wege und Wurzeln", die sich mit vielen verschiedenen Facetten zum Thema Heimat beschäftigt, gespannt. Das Cover mit dem umlaufenden Dresden-Bild war ein Blickfang! Viele Besucher schauten in das Buch, lobten die Gestaltung und informierten sich, wo sie es bestellen können. Es gab sogar Besucher, die die Anthologie schon im Netz gefunden und die Rezension von Dr. Sandra Kersten gelesen hatten. Sie wollten sich das Buch vor dem Kauf nur noch einmal ansehen. Auch die ausgestellten Bücher unserer Mitglieder stießen auf Interesse. Außerdem informierten sich angehende Autorinnen und Autoren über unseren Verband und unsere Textwerkstätten. Auch am Bundes-FDA-Stand gab es dazu viele Anfragen. Es war ein sehr gelungener Messeauftakt und wir sind auf die Zukunft sehr gespannt.


Anne Meinecke




29.04.2023 - Leizig liest! 16:00 Uhr, Halle 3, Leseinsel 2
Sina Blackwood - "Rückkehr in die Menschenwelt"


Ein denkbar ungünstiger Platz für eine Lesung, denn direkt an die Leseinsel schloss sich die große Bühne an, auf der permanent Bässe hämmerten. Als Lesende, die Bässe auszublenden und im Text zu bleiben, völlig unmöglich, zumal ich immer wieder erschrak, wenn es plötzlich richtig krachte.

Keine Ahnung, was sich die Macher bei dieser Konstellation gedacht haben.

Vielleicht war es eine unverfängliche Möglichkeit, den Autoren, die nicht bei den ganz großen Verlagen unter Vertrag stehen, zu zeigen, wie unbedeutend sie sind.


Sina Blackwood






Foto © Arno Zirm


15.04.2023 / 11.00 Uhr Textwerkstatt in der Stadtbibliothek Leipzig


Lag es am regnerischen Wetter oder den Osterferien oder an beiden, dass die Straßen leer und auch unsere Textwerkstatt kaum besucht wurde? Unser Stammpublikum hatte sich mehrheitlich wegen Urlaub oder anderer Termine entschuldigt. So begann Luise meinen Text über die Gleichberechtigung von Mann und Frau zu lektorieren. Kurz nach elf erschien eine neue Interessentin, die einen autobiografischen Roman schreiben wollte. Wir  berieten sie über den Romanaufbau, die Auswahl der Figuren, den Spannungsbogen etc. und rieten ihr, viel zu lesen. Sie will jetzt mit dem Manuskript beginnen und es uns in einer der nächsten Textwerkstätten vorstellen, worauf wir sehr gespannt sind. Danach kam noch eine Interessentin, die aber kein konkretes Projekt beginnen wollte, sondern eher eine Schreibwerkstatt suchte.
Als mögliche Orte für weitere Textwerkstätten schauten wir uns noch das „Leipzig-Zimmer“ und das „Sprachen-Zimmer“  in der Stadtbibliothek an. Da darin aber Publikumsverkehr stattfindet, eignen sie sich nicht für unsere Werkstatt.


Anne Meinecke



05.04.2023 19.00 – 20.30 Uhr Erich Kästner Haus für Literatur, Dresden
Vorstellung des FDA Sachsen und Lesung aus unserer Anthologie „Wege und Wurzeln“


Wir waren auf das Dresdner Publikum gespannt, das den Landesverband Sachsen des Freien Deutschen Autorenverbandes kennenlernen und unsere vielfältigen Betrachtungen zum Thema Heimat hören wollte. Der Leseraum im Obergeschoss des Erich Kästner Hauses für Literatur war mit Korbstühlen und-tischen sehr gemütlich eingerichtet, aber leider war es ziemlich kalt. Die Chefin des Hauses, Frau O’Brien und ihre Mitarbeiterin gaben sich sehr viel Mühe, uns alle Wünsche zu erfüllen. Leider sind sie davon ausgegangen, dass wir unser Publikum mitbringen und auch die Werbung auf allen Kanälen selbst in die Hand nehmen. Wir waren hocherfreut, als zwei Schweizerinnen kamen, die unsere Lesung im Internet gefunden hatten. Zum Auftakt erzählte Anne Meinecke die Geschichte des FDA. Katja Ullmann aus Dresden beschrieb die Reise eines Vaters mit seiner erwachsenen Tochter in seinen Geburtsort, den er mit drei Jahren verlassen musste und nun nach Erinnerungsspuren suchte. Ligitta Nickel aus Hohenstein-Ernstthal begann mit einem poetischen Frühlingsgedicht, entführte uns im „Baltischen Tanz“ an die Ostsee und ließ uns danach in „Holunder- und Lindenblüten“ an den Heilkräuterwissen der Kräuterfrau Ilse teilhaben. Anne Meinecke aus Leipzig stellte ihren kritischen Dresden-Text „Aber an die Elbe muss ich immer“ vor.  Zum Abschluss reflektierte Horst Seidel aus Dresden in „Schattenzeichen der Mauersegler“ über das Leben und den Tod. Für die musikalische Umrahmung sorgte der in Nicaragua geborene und schon lange in Deutschland lebende Carlos Ampié Loría, der passende Lieder zum Thema „Heimat“ zur Gitarre sang und auch über seine Beziehung zu seiner ursprünglichen Heimat sprach. Es war eine sehr schöne Lesung und wir konnten unsere Anthologie auch in die Schweiz verkaufen. Frau O’Brien fand es im Nachhinein schon schade, dass die Lesung nur wenig bekannt wurde. Wir waren davon ausgegangen, dass sich das Literaturhaus um die Werbung kümmert.
Das Literaturhaus ist an einer weiteren Zusammenarbeit mit uns interessiert und wir hoffen, dass wir unsere Weihnachtsanthologie dort vorstellen können und dann auch eine umfangreiche Werbung bekommen.


Anne Meinecke

© Fotos: Katja Ullmann



4. April 2023 Haus des Buches Leipzig

Fachtag Literaturvermittlung für Kinder und Jugendliche


Der Fachtag begann mit der Vorstellung gelungener Literaturvermittlungs-konzepte.
Maike Beier, Literaturvermittlerin und Literaturpädagogin hat das Kinderliteraturfestival „Literatur fetzt“ in Kooperation mit den Städtischen Bibliotheken und dem Literaturfest für Erwachsene „Literatur jetzt“ im Zentralwerk in Dresden als Familienfest auf die Beine gestellt.
Christine Lippmann, Sachgebietsleiterin Kulturelle Bildung und Integration in den Städtischen Bibliotheken Dresden, stellte das Projekt „Lesestark“ vor, in dem Lesepaten in der Kita und in den 1. und 2. Klassen der Grundschulen vorlesen. Außerdem gibt es Lesungen an ungewöhnlichen Orten, wie z. B. im Museum oder im Zoo und auch Lesefeste. Das 2. lesestarke Kinderfestival findet vom 20. - 22.04.2023 statt.
Aber nicht nur in den großen Städten werden die Kinder an die Literatur herangeführt. Im Vogtland haben Katrin Sitte, Katja Peterfi und Babett Fugmann den Verein LITERATURwagen gegründet. Dieser Verein lädt einmal im Jahr zehn bekannte Autorinnen und Autoren und zehn Illustratorinnen und Illustratoren zu einer Literaturwoche ein, die dann in Schulen und Kindertagesstätten des Vogtlandes lesen.
Danach ging es um Fördermöglichkeiten. Da kann der Deutsche Bibliotheksverband angesprochen werden, ebenso die Kulturstiftung Sachsen, der Deutsche Literaturfond, Stiftungen und Sponsoren. Es gibt den Buchsommer in Bibliotheken, andere Lesefestivals und den Friedrich-Bödecker-Kreis, der Lesungen für Kinder und Jugendliche fördert.
Zum Abschluss des Fachtages gab es noch ein Speeddating, bei dem sich Kinder- und Jugendbuchautorinnen und -autoren mit ihren Büchern vorstellten.
Ein gelungener Tag und viele Möglichkeiten zum Vernetzen.


Anne Meinecke



01.04.2023 / 18 Uhr Opernhaus Chemnitz - Stefan-Heym-Preis Verleihung


Die diesjährige Stefan-Heym-Preis-Verleihung wirkte leicht verstörend, denn die ausgewählten Musikstücke enthielten fast kakophone Elemente. Wobei dies zum derzeitigen Weltgeschehen passt, das in den Reden von Oberbürgermeister Sven Schulze und Staatsministerin Petra Köpping anklang. Von solidarischem Zusammenstehen, bis zum Auflehnen gegen Missstände spannte sich der Bogen. Eine gewisse Kakophonie wie in den brillant dargebotenen musikalischen Beiträgen. Die Laudatio und die von der Preisträgerin Jenny Erpenbeck gelesenen Passagen aus mehreren Romanen befeuerten die Gesamtstimmung des Abends: Ungewöhnlich, zum Widerspruch reizend, Gewesenes beschreibend, dass wieder aktuell ist oder werden könnte.


Sina Blackwood



31.03.23 / 15:00 Uhr Haus der Kulturen Chemnitz


Eine wundervolle Leseveranstaltung im Haus der Kulturen Chemnitz (agiua) ist soeben zu Ende gegangen und nun auch noch mit einem Regenbogen geadelt worden. 🙂 Petrus weiß eben, wie man Schreibbegeisterte bei Laune hält.

Silke, Ligitta, Ahmed, Lilli und ich hatten sich zusammengefunden, um das Publikum mit Poesie in Form von Gedichten und Kurzgeschichten zu unterhalten. Von stillen Plätzen im Wald, über Kräuterfrauen, die dort leben, bis hin zu Großmüttern, die nur selten die Fassung verlieren, zog sich der bunte Darbietungsreigen. Eine indische Gesangseinlage ließ ebenfalls durch Worte Bilder in den Köpfen entstehen.

Gefühle, Seelenwelten, alles, was das Leben lebenswert macht.

Das Duo Silke und Ahmed schoss allerdings den Vogel ab, in seinem Wortduett "Eva", wonach Frauen immer an allem schuld sind.


Vielen lieben Dank, für die vielen interessanten Gespäche, und dass wir ins Haus der Kulturen eingeladen worden sind, wo das dortige Team  alles perfekt vorbereitet hatte.
Wir möchten gerne wiederkommen!


Reni Dammrich aka Sina Blackwood
(denn diesmal in rein autobiografischer Mission unterwegs)





18.03.2023 / 11.00 Uhr Textwerkstatt in Chemnitz DASTietz


Diesmal Schreibwerkstatt ohne Gäste. So haben wir zukünftige Lesungen geplant, bestehende Termine präzisiert, und über Grüße von unseren Dresdenern gefreut, die Katja ausgerichtet hat.

Natürlich haben wir uns auch der Textarbeit gewidmet. Elke erzählte uns, was Hase Max zu Ostern mit nicht entdeckten Eiern macht. Absolut niedlich, dass aus dem blauen Ei eine kleine Bachstelze schlüpfte, die Mama Glucke, der es Max untergeschoben hat, trotzdem wie ein eigenes Küken liebt.

Und sie lüftete das Geheimnis ihrer Samenkugeln als Wunderbälle.

Sandra trug uns ihre Rezension zur Heimat-Anthologie "Wege und Wurzeln" vor, die wirklich Lust darauf macht, den vielfältigen Inhalt des Buches zu erkunden.

Anne hatte ihre "364 Tage im Jahr" überarbeitet und ein Werk geschaffen, das die Gleichberechtigungen der Frauen in Deutschland akribisch an Hand von Gesetzesfakten beschreibt. Wobei immer wieder Fragen offen sind, ob es in der Realität wirklich so ist.

Ein rundum gelungenes Treffen bei frühlingshaften Temperaturen und strahlendem Sonnenschein. Da verzeihen wir Petrus den Ausrutscher vom letzten Mal ausnahmsweise.


Sina Blackwood





25.02.2023 / 11.00 Uhr Textwerkstatt in Chemnitz DASTietz


Heute bei Wetter für Hartgesottene, aber mit zwei Gästen. Denn zu Anne, Silke und mir gesellten sich noch Lili und Christina.

Silke richtete Grüße von Nadia aus, dann stellten wir uns den neuen Gästen vor. Natürlich mit den üblichen Seitenblicken auf anstehende Termine und Vorhaben. Noch ein bisschen Organisatorisches direkt, weil wirklich sehr viel auf dem Veranstaltungs-Plan steht, dann widmeten wir uns sofort der Literatur.

Christina nahm uns mit in einen Bauwagen namens "Pusteblume", der über sein Leben erzählt. Dann gelangten wir, von meiner auf Rache sinnenden Büroklammer wegen einer verkorksten "Büroromanze", über das "Verstoßen" von Lenard James Cropley, das in diesem Moment geradezu ein MUSS war, zu den Gänsehautbeiträgen von Silke und Anne. Besonders Annes "Tage wie Nebel" und Silkes "Ich habe noch nie einen Schneemann geküsst" berührten uns tief im Inneren. Lili führte uns durch den Herbst, als Jahreszeit und Lebenszustand, um schließlich zu sagen, was alle denken, der einfache Mensch hat den "Wunsch nach Frieden".


Sina Blackwood




11.02.2023 Textwerkstatt in der Stadtbibliothek Leipzig

Luise erwartete mich schon mit einem Kaffeebecher in der Hand. Schön, dass sie wieder kommen konnte. Und sie hatte viel zu tun. Zu den neuen Texten von Ulrike, Dirk, Sylke, Sabine, Elisa, Elwira und Anne war ihr literarischer Rat gefragt. Es war wieder eine bunte Mischung. Vom Klavier ging es über einen geplatzten Reifen zur Frage, darf eine Frau einen jüngeren Mann lieben, kann eine KI Gefühle haben, putzt Kirby wirklich gründlicher, muss eine Geschichte immer eindeutig sein bis zu Tagen wie Nebel. Wir diskutierten Inhalt und Form der Texte und gaben Hinweise zur literarischen Gestaltung.
Eine spannende Frage war auch, wie findet ein Autor einen Verlag; mittels Literaturagenten oder die Texte ungefragt an einen Verlag schicken und was ist besser, ein großer oder kleiner Verlag? Fragen, die wir nicht endgültig beantworten konnten. Vielleicht helfen ja die Newsletter der Textmanufaktur oder der Autorensalon zur Leipziger Buchmesse.
Elisa lud uns noch zur „Couch-Poesie“, das Format zum Lauschen, Träumen, Nachdenken und Lachen am 12.04. um 19.30 Uhr in der Südbrause bei Freunden am Connewitzer Kreuz in Leipzig ein. Es ist gut, auch mal etwas anderes kennenzulernen und nicht nur im eigenen Saft zu schmoren.
Es war eine rundherum gelungene Textwerkstatt, bei der sich alle wohlgefühlt haben und am 15.04. zur nächsten Werkstatt in der Stadtbibliothek Leipzig wiederkommen wollen.

Anne Meinecke


04.02.2023 Textwerkstatt in der Zentralbibliothek Dresden

Erstmalig hatten wir unsere Textwerkstatt im Programm der Bibliotheken der Stadt Dresden als OFFENE Veranstaltung angekündigt, leider hat uns das diesmal noch keine „Besucher“ eingebracht. Aber wir bleiben optimistisch. Diesen Sonnabend nutzten wir Dresdner Autor:innen Angelika Erdbeer, Carlos Ampié Loría und ich den reservierten Gruppenarbeitsraum in der 2. Etage der Bibliothek für ein ausführliches Gespräch über unsere literarischen Vorhaben in der nächsten Zeit und die im Jahr 2023 anstehenden Höhepunkte unserer Vereinsarbeit. So planten wir u.a. die Lesung am 5. April im Erich Kästner Haus für Literatur und die Präsentation unserer FDA-Anthologie im Großen Veranstaltungssaal der Dresdener Zentralbibliothek am 22. Juni, sprachen über unser Sommerfest mit Wandellesung und die FDA-Bundeskonferenz in München.
Da wir drei uns lange nicht gesehen und in Ruhe ausgetauscht hatten, verlängerten wir unser Gespräch bei einer guten Tasse Tee bzw. Kaffee im hellen und großen Café des Dresdner Kulturpalasts, in dem die Zentralbibliothek untergebracht ist.
Wir bedankten uns auch bei Frau Meißner von der Zentralbibliothek Dresden für ihre großartige Unterstützung und die gute langjährige Zusammenarbeit und hoffen nun alle gemeinsam auf eine besser besuchte OFFENE Textwerkstatt am gleichen Ort am 4. November 2023.

Katja Ullmann


21.01.2023 / 11.00 Uhr Textwerkstatt in Chemnitz DASTietz


Mit Wolkenschatten übers Ufer zum Stadtsommer ... oder so ähnlich. Auf jeden Fall ging es heute verrückt und lustig zu. Schön, wenn sich alle einig sind und auch mal etwas flapsiger gewitzelt werden darf, weil gerade kuriose Bilder im Kopf entstehen, und niemand deswegen pikiert reagiert.

Für die heutige Textwerkstatt hatten sich Anne, Lenard James, Elke, Silke, Sandra und ich zusammengfunden, um Organisatorisches zu klären, denn 2025 wird schneller vor der Tür stehen, als man "wirbeln" kann. Silke hat den besten Durchblick, weil wir anderen entweder nicht in Chemnitz wohnen, oder nicht hier arbeiten, sodass wir sie praktisch mit Aufträgen zugeschüttet haben.

Dabei hatte alles ganz harmlos angefangen - mit Grüßen von Lothar Pfüller, diversen Terminbekanntgaben und Planungen zu Lesungen und unserem diesjährigen Sommerfest. Wobei ... na ja, heute kamen von allen Ecken des runden (!) Tisches witzige Zwischenbemerkungen, bis hin zum Grinsen über den Versuch, "Bunte Dächer" zu artikulieren, was auf Sächsisch schon zu recht ulkigen Sprechweisen führen kann.

In der Textarbeit stellte uns Elke ihre "Wolkenschatten" vor, die übers Land und den Strand ziehen, wo sie mit Licht spielen. Passend dazu trug Silke "Ufer" vor. Anne schwelgte in märchenhaften Erinnerungen an einen "Stadtsommer", wo sie nicht Männer zählte, wie wir glaubten, sondern Glockenschläge. Der Tag hatte es in sich! Deshalb präsentierte uns Silke auch noch "Der halbe Mensch".

Elke erzählte über einen Saunabesuch mit Abkühlung als Schneeengel.
Lenard James fragte nach dem besagten Ort mit Sprudelbecken. Das nun nicht mehr sprudelt. Klar waren sofort wieder Bilder im Kopf, wonach jetzt die Gäste eine Tüte Erbsen bekommen und nach dem Genuss selber sprudeln müssen.

Übersprudelnde Fantasie von Schreiberlingen eben.


Sina Blackwood


1. Katja Ullmann
kommt aus Dresden, lebte mehrere Jahre in Nicaragua, schrieb das Buch „Kometensplitter“ über Frauen in Nicaragua, schreibt Kurzgeschichten, macht Fotoausstellungen u.a. „Frauen der Welt bei ihrer Arbeit“
2. Sina Blackwood
kommt aus Chemnitz, hat ca. 80 eigene Bücher, gibt Anthologien heraus, schreibt u.a. Fantasy, Reisegeschichten, Alltagsbegebenheiten, Kindergeschichten
3. Marcel Deli
4. Elke Krauße
kommt aus Hohenstein-Ernstthal bei Chemnitz, schreibt Lyrik, Kurzgeschichten, Kinder- und Jugendliteratur, Rollentexte mit Kindern
5. Elwira Krupp
in Polen geboren, lebt in Leipzig, schrieb einen Roman über ihre Familiengeschichte, arbeitet an einem weiteren Roman, schreibt Kurzgeschichten
6. Radek Fridrich
7. Silke Weizel
kommt aus Chemnitz, schreibt Gedichte und Kurzgeschichten
8. Anne Meinecke
kommt aus Leipzig, ist Vorsitzende des FDA Sachsen, schreibt Kurzgeschichten