Aus dem Hut gezaubert

….. hatte Hannelore C. ein kleines nachmittägliches Treffen an der Museumsfeldbahn in Leipzig. Ursprünglich angedacht für die Mitglieder der Dialog-Gruppe. Doch durch die Tatsache das persönliche Kontakte durch die derzeitige Situation rar und viele von uns in mehreren Gruppen aktiv sind, entschloß sie sich auch die Mitglieder des FDA-Sachsen einzuladen. Die Einladung wurde gern angenommen. Leider konnten wegen des Wochentags nur wenige wirklich teilnehmen. So kamen wir also zusammen, die Mitglieder vom Dialog, vom FDA und sogar von der Filmvorführgruppe aus Köthen. Ein echtes Freundschaftstreffen! Die Vorbereitung auf FDA-Seite übernahm Anne. Sie informierte alle per Mail und schickte auch Infos über den Anfahrtsweg. Da ich von Hoyerswerda mit dem Auto anreiste, waren für mich die Straßennamen am Wichtigsten. Am Ort des Treffens angekommen, galt es einen Parkplatz zu finden, was bei der Ortslage gar nicht so einfach war. Schließlich fand ich einen unterhalb des Bahngeländes. Ein freundlicher junger Mann erklärte mir, dass ich den Trampelpfad hoch bis zu Straße und dann rechts bis zu einem Fußweg müsste. Dieser führe direkt zum Gelände der Feldbahn. So krabbelte ich mit meinem Korb in der Hand den steilen Aufstieg bis etwa auf halbe Höhe hinauf. Dann stand ich direkt auf den Bahnschienen. Ich entschied, den Aufstieg nicht weiter fortzusetzen, sondern direkt auf und neben den Schienen bis zum Feldbahn-Bahnhof zu laufen. Eine verblüffte Hannelore schaute mir nach etwa 500m Schienenwanderung vom Bahnsteig entgegen.

Nach und nach trafen auch die anderen Teilnehmer der Bahnfahrt ein. Wir waren uns zum Teil nie zuvor begegnet, aber da wir alle Schreiberlinge waren, gab es sofort genug Gesprächsstoff. Neue Kontakte wurden geknüpft und erste Erfahrungen ausgetauscht. Am Erstaunlichsten fand ich die Teilnahme einer älteren Dame in einem elektrischen Rollstuhl. Toll, was sie sich alles zutraute. Sie stieg dann sogar aus selbigem aus und kletterte mit männlicher Unterstützung in den Ausflugswaggon. Die Fahrt selbst gestaltete sich recht kurzweilig. Ein Mitglied des Eisenbahn-Clubs gab unterwegs Erklärungen, die Diesellok pfiff ab und an lautstark und am Wendepunkt vertraten sich einige die Füße bis die Lok von einem Ende zum Anderen umrangiert hatte.

Wieder am Bahnhof angekommen gab es erst eine kurze Führung durch die Historie der Faldbahn, danach selbstgebackenen leckeren Kuchen, Kaffee und noch mehr Gespräche. Leider ging der schöne Nachmittag viel zu schnell zu Ende. Gut dass auch Petrus mitgespielt und schönes Wetter geschickt hatte.


Iris Fritzsche


„OHNE FRAUEN IST KEIN STAAT ZU MACHEN“

 

Unter dieser Überschrift findet die gemeinsame deutsch-russische Fotoausstellung von Katja Ullmann aus Dresden (Fotos und Texte), Gulnas Alfredovna Sakulina (Fotos) und Dinara Kashapova (Texte) aus Ufa statt. Die Texte wurden auch in die jeweils andere Sprache übersetzt. Porträtiert werden sechs Frauen aus Baschkortostan und sechs Frauen aus Sachsen und Sachsen/Anhalt. Eröffnet wurde die Ausstellung, die zeitgleich auch in Ufa zu sehen ist, am 9. 7. 2021 im Rahmen der deutsch-russischen Arbeitstagung „Frauen in Transformationsgesellschaften 1990 – 2020 im Institut der Slavistik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Vor der Eröffnung präsentierten Studierende des Seminars für Ethnologie die Ergebnisse ihrer Projektarbeiten unter anderem über die in der DDR mehr oder weniger verordnete deutsch- sowjetische Freundschaft, bei der private Treffen und Besuche in der Sowjetunion meist nicht möglich waren und über die offizielle Städtepartnerschaft Halle – Ufa in der DDR, die eigentlich nur eine wirtschaftliche Beziehung war. Außerdem wurden zwei Frauen, die vor 1990 in den Buna-Werken gearbeitet haben zu ihrem weiteren Lebenslauf interviewt. Sie sind, wie die Frauen auf den Fotos, durch den Wandel der Gesellschaft nicht zerbrochen, haben, manchmal mehrmals, den Beruf gewechselt oder sich neue Betätigungsfelder gesucht. Was wäre aus ihnen geworden, wenn sie in ihren studierten Berufen hätten weiter arbeiten können?
Im September wird diese Fotoausstellung auch in Dresden zu sehen sein. Bis dahin kann sie unter www.rosalux.de (unter der Veranstaltung „Frauen in Transformationsgesellschaften 1990 – 2020“) angeschaut werden.

 

Anne Meinecke



09.07.2021 Ein Neuanfang in Hoyerswerda

Unter dem Motto „ Wir sind für eine harte Lö(e)sung“ fand am Freitag, 9.7.2021 im Sommergarten der Kulturfabrik in Hoyrswerda eine Veranstaltung der Schreibgruppe „Pegasus“ statt. Der Wettergott hatte zwar die Regenmaschine kurz vor Beginn der Lesung abgeschaltet, doch die Wind- und Kühlanlage lief leider noch. Dessen ungeachtet lasen insgesamt 9 Mitglieder der Gruppe Geschichten von Corona bis humorig. Begleitet wurde das Ganze von gitarristischen Zwischeneinlagen eines Gruppenmitglieds. Auch Iris Fritzsche vom FDA-Sachsen ist Mitglied der Pegasus-Gruppe. Sie las mehrere Kurzgeschichten und ein Gedicht aus ihrem Buch „Der Geschichtenbrunnen“.

Nach etwa 11/2 Stunden ging die, leider nur mittelmäßig besuchte, Veranstaltung zu Ende. Doch alle Anwesenden äußerten sich lobend über den literarischen Neuanfang nach langer Durststrecke.


3 vor 12 - die 4. Veranstaltung:
"Denk ich an Dresden ...", 12.5.2021, 11:57 Uhr

  Wo: Sächsische Landes- und Universitätsbibliothek Dresden
  Digital via FDA-Youtube-Kanal und Facebook
  https://www.3vor12.fda.de
  https://www.facebook.com/fda3vor12

Die   Veranstaltung ist kostenfrei.


Denk   ich an Dresden …" bei Tag und Nacht – die Gedanken an ihre  Landeshauptstadt lassen die Sachsen nicht zur Ruhe kommen, sei es beim  Nachdenken über die vielschichtige Vergangenheit der Elbmetropole, seien es   Überlegungen zur bewegten Gegenwart. Der Reigen der Darbietungen in dieser   Veranstaltung des LV Sachsen umfasst Beiträge von Ur-Dresdnern, heimisch   gewordenen Zugezogenen und Fremdgebliebenen.

Neben   Dresden-Texten der FDA-Autorinnen Dr. Anne Meinecke und Katja Ullmann und der   Gastautorin Uta Hauthal werden Collagen aus Fotos (von Katja Ullmann) und   Musik von Carlos Ampié Loría einbezogen. Die Veranstaltung moderiert Luise   Wilsdorf, Ehrenmitglied des FDA Sachsen.

Musik-   und Foto-Collagen: Carlos Ampié Loría. Gastautor: Horst  Seidel


Denk ich an Dresden…“

Am 12. 5. 2021 um 11.57 Uhr fand die vierte Lesung der Lesereihe „Drei vor Zwölf” des Freien Deutschen Autorenverbandes, gestaltet vom Landesverband Sachsen, statt. Diese Lesungen, gefördert im Rahmen des Projekts „Neustart Kultur“ aus den Mitteln des Deutschen Literaturfonds, sollen hybrid, also live an einem Ort und als Live-Stream durchgeführt werden. Die Raumsuche in Pandemiezeiten gestaltete sich schwierig. Nach langer Suche, später „nur noch“ nach einem Ort, wo die Lesung ohne Publikum, aber live gestreamt, stattfinden kann, fanden wir in der Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) einen Partner, der sehr interessiert an unserer Lesung war und sogar die Live-Übertragung ins Internet übernahm. Wir sind Frau Dr. Meyer und ihren Mitarbeitern sehr dankbar dafür und freuen uns sehr, dass die Bibliothek auch an einer weiteren Zusammenarbeit mit uns interessiert ist.

Denk ich an Dresden …" bei Tag und Nacht – die Gedanken an ihre Landeshauptstadt lassen die Sachsen nicht zur Ruhe kommen, sei es beim Nachdenken über die vielschichtige Vergangenheit der Elbmetropole, seien es Überlegungen zur bewegten Gegenwart. Der Reigen der Darbietungen in dieser Veranstaltung des LV Sachsen umfasst Beiträge von Ur-Dresdnern, heimisch gewordenen Zugezogenen und Fremdgebliebenen.

Nach der Auftaktmoderation von Luise Wilsdorf las unsere Gastautorin Uta Hauthal den essayistischen Text „Elbelieder“, eine literarische Auseinandersetzung mit dem gleichnamigen Text von Johanna Marie Lankau aus ihrem erfolgreichsten Buch Dresdner Spaziergänge. Es folgte Katja Ullmann, die im „Der Friedensengel vom Altmarkt“ das Geschehen Mitte Februar 1945 geschickt mit der Wirklichkeit verknüpfte. Horst Seidel, ein heimisch gewordener Zugezogener, setzte sich mit der Stadt und seinen Bewohnern in „Dresden - kurz vor Sibirien“ auseinander. Danach las unsere Gastautorin noch den unveröffentlichten Text „Hinter den Türen“ über eine Vater Sohn Beziehung. Anne Meinecke reflektierte zum Abschluss in „Aber an die Elbe muss ich immer“ über Dresden und ihre Beziehung dazu. Zwischen den einzelnen Textbeiträgen wurden Musik- und Foto-Collagen von Carlos Ampié Loría und Katja Ullmann eingespielt.

Die Lesung kann unter https://youtu.be/xs4_08k_R4k angesehen werden. Bis jetzt haben wir 191 Aufrufe.

Anne Meinecke und Katja Ullmann