Rückblicke 2016


Wahl der stellvertretenden Vorsitzenden und Weihnachtsfeier

10.12.16 im "Kraftwerk e.V." Chemnitz


Wieder geht ein Jahr zur Neige und so trafen wir uns im Partykeller des "Kraftwerk e.V., um es in gemütlicher Runde ausklingen zu lassen. Viele waren wir zwar nicht, aber eine lustige Truppe, wie immer.
Nachdem wir die ernsten Themen mit der gebührenden Achtung abgearbeitet hatten, wie die Wahl der stellvertretenden Vorsitzenden, die Modalitäten zum 20-Jahre-Jubiläum und das Brainstorming für zukünftige Jahrestreffen, widmeten wir uns den leiblichen und geistigen Genüssen.

Ja, na klar, haben wir auch zwischendurch schon bei Plätzchen und sonstigem Süßkram zugeschlagen! Glückshormone beflügeln schließlich auch bei ernsten Themen. Zudem luden die leise Weinachtsmusik, der liebevoll geschmückte Tisch und der anheimelnde Glanz der Teelichter in den Gläschen geradezu ein, dies zu tun.

Beim gemütlichen Teil gab es, außer Kaffee und Stollen, schließlich auch noch Kartoffelsalat, Würstchen und Brötchen.  Ein paar weihnachtliche Reime und Kurzgeschichten rundeten das Ganze ab.

Habt alle eine schöne Weihnachtszeit im Kreise Eurer Lieben!

Reni Dammrich


Natürlich möchte ich Euch Iris' Eindrücke nicht vorenthalten und so wechseln wir ganz rasch zum
 
Striptease im Kraftwerk

Eigentlich fing die Sache ganz seriös an. Anne Meinecke hatte uns zu einer Doppelveranstaltung nach Chemnitz in den Kraftwerk e.V. eingeladen. Da war zum Einen der erneute Gang zur Wahlurne, zum Anderen die jahreszeitlich bedingte Weihnachtsfeier. Der Gang zur Wahlurne war durch das Ausscheiden von Almut dringend notwendig, da der Vorstand für eine ordnungsgemäße Arbeit komplett sein musste. Ein Nachfolger stand auch schon Gewehr bei Fuß. Katja Ullmann hatte sich für die Übernahme der Funktion als stellvertretende Vorsitzende bereit erklärt. Die Wahl konnte also ohne Verzögerungen durchgeführt werden. Dann wurde auf gemütlich umdekoriert. Weihnachtsdeko und Kaffeegeschirr zierten nun die Tische. Und da wir ja als FDA naturgemäß Schreiberlinge sind, wurde natürlich auch gelesen. Horst Seidel war davon so begeistert, dass er nur schwer ein Ende finden konnte. Die anderen Lesenden fassten sich kürzer. Immerhin lockten Plätzchen, Stollen und Kaffee zu anderweitiger Nutzung des Mundes. Und wer wollte sich schon gern beim Lesen verschlucken.
Nach dem Lesen und Kaffeetrinken folgte eine kleine Pause. In dieser erfolgte der Umbau von Kaffeetafel auf herzhaftere Speisen. Elke servierte preussischen Kartoffelsalat. Ich steuerte Hackepeter, Würstchen und Brötchen bei. Womit wir nun zum Thema Striptease kommen. Den vollführte nämlich keiner der anwesenden Personen, sondern – DIE WÜRSTCHEN ! – Die steckten nicht nur in der Gesamtpackung, sondern noch mal jedes für sich in einer Plastumhüllung, wie wir nach dem Erwärmen feststellten. Wir mussten sie deshalb vor dem Verzehr erst mal nackig machen! Schmeckten aber prima zu dem Kartoffelsalat. Kurz vor 18:00 Uhr war dann leider schon wieder Ende des gemütlichen Beisammenseins. Gerry hatte den Raum nur bis 18:30 gemietet und es musste ja auch noch aufgeräumt werden. Horst wollte seinen Zug erreichen und Reni stürmte fast auf direktem Weg zur nächsten Feier (Obwohl sie gesundheitlich ganz schön angeschlagen war). Für mich war es wieder mal ein Einstand, da ich in den Jahren zuvor keine Gelegenheit hatte dabei zu sein. Aber ich freue mich schon auf das nächste Jahr.

Iris Fritzsche




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AJA „Schüssel mit Früchten“
Horst Seidel stellt vor: „Komische Mittel beim Schreiben“
Datum: 12.11.2016
Ort: Hauptbibliothek Dresden

Nicht lustig war das Wetter an diesem eisigen Samstagvormittag und die sehr überschaubare Teilnehmerzahl. Der Rest versprach und hielt viel Kurzweil. Horst Seidel hatte sich gründlichst auf seinen Vortrag vorbereitet. Gleich zu Beginn informierte er darüber, dass der heutige Ausflug ins
Komische Teil I einer zweiteiligen Veranstaltung sei. Zu umfangreich das Thema, es in einem abzuhandeln. Der nächste Treff wird 2017 sein, dann im vielleicht neuen Gebäude der Bibliothek, der Dresdner Kulturpalast. Man darf also zweifach gespannt sein.
Es blieben mir einige Sprüche im Kopf, die ich gern mit euch teilen möchte:
– Satire soll töten, aber nicht verletzen
– Komik bedingt sich aus Widersprüchen
– Komik bedarf des Gesellschaftlichen
– Das Tier lacht nicht. Am Lachen erkennt man den Menschen
So schmiss uns Horst voll ins Lachhafte und gab uns viel Literaturtheorie mit an die Hand. Las aus „Über das Komische“ von Juri Boriew und empfahl auch das Handbuch für Kabarettisten von Erich Brehm „Die erfrischende Trompete“. Humoristen, heute Comedians, haben optimistische und klare Gedanken, spielen mit der Gegenwart und ihren Missständen, versuchen so die Zukunft besser zu gestalten. Formen des Witzes sind: Satire (lat. = Schüssel mit Früchten) Ironie, Sarkasmus, Scherze und Humor.
Immer wieder berichtete Horst von seiner Kabarettistischen Laufbahn, die schon im Jahre 1957 begann. Und er zog den Bogen zur letzten FDA Veranstaltung „Da biste sprachlos“ vom Oktober 2016. Wir verglichen allgemein geltend frühere und heutige Humorarten. Worüber lachte man
damals, worüber heute? Es fällt auf, heute bleibt uns manches im Halse stecken und es geht eher auf Kosten anderer (Schadenfreude), was damals eher subtil politisch oder den Widersprüchlichkeiten des Lebens geschuldet war.
Wir gingen in FDA Texte von Hermann Friedrich, Ulrike Quast, Carlos Ampie Loria und L.J. Cropley. Humor ist überall, muss nachvollziehbar sein und schafft es authentisch zu sein, wenn sich der Schreiber selbst nicht allzu ernst nimmt. Es folgten Textdiskussionen und rege Meinungsaustausche.
So einfach schien das mit dem Lacher im Wort doch nicht zu sein, der eine kanns, der andre nicht. Manch einer strebt nicht einmal danach, witzig zu sein.
Immer regt er doch zum Nachdenken an, so auch in Peter Biele „Nähe und Ferne“, daraus der Text „Leningrad Karandasch“. Einen Menschen auseinanderzunehmen (vielleicht zu kritisieren?) ist einfach, doch schafft es der Clown (heutige Mensch?) nicht, ihn wieder korrekt zusammenzusetzen.
Und das Fazit ist ein Schimpfwort, was jeder Etikette spottet und den Fehlgetretenen in den Spiegel schauen lässt. Lest nach, es lohnt sich.
Das Schlusswort hatte ein witzig umschriebener Faust aus dem „Satirischen Ratgeber“ von Wittlins „Lexikon für den Musenfreund“, Buchstabe „F“. Modern wirkte die Stellenbeschreibung des Dr. Faustus und zeigte somit, das Humor nicht antiquiert ist, wenn gut und treffend formuliert.
Nicht lustig ist der Gedanke, dass es heute mehr Kriege und Zerstörung in der Welt gibt, als in der Zeit der zwei Weltkriege. Das ist ein ernstes Thema, deswegen sollten wir Klugheit, Achtsamkeit und eine Prise Humor in den (Autoren) - Alltag bringen. Denn: wer lacht, verlässt die Leideform.
Danke Horst Seidel.

L.J. Cropley

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ZWEISPRACHIGE LESUNG AM 8. NOVEMBER 2016 IN DRESDEN

   

Im Haus der Sprachen der TU Dresden fand am 8. November 2016 eine zweisprachige Lesung (tschechisch - deutsch) mit

   

Almut Fehrmann (Deutschland),

Radek Fridrich (Tschechien),

Katja Ullmann (Deutschland)

   

statt. Eine solche Veranstaltung wird vom FDA Sachsen und dem Lehrzentrum Sprachen und Kulturen der TU Dresden seit 2012 einmal jährlich organisiert. AutorInnen aus mindestens zwei Ländern stellen ihre jüngsten Veröffentlichungen und Manuskripte vor. Die internationalen Gäste lesen dabei traditionell in ihrer Muttersprache und in deutscher Übersetzung.

Im Anschluss an die diesjährige Lesung kamen die AutorInnen mit den Gästen ins Gespräch über die vorgetragenen Texte und diskutierten darüber hinaus mit den anwesenden Studierenden, die am TU-Sprachenzentrum Tschechisch lernen, warum es für sie wichtig - und schwierig - ist, die Sprache des Nachbarlandes zu erlernen.


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Der lange Ritt nach Leipzig

Es war der 22.Oktober 2016. Für heute stand AJA in Leipzig auf meinem Kalender. Das Thema lautete: Exposé, Referent: Luise Wilsdorf.  Als braves FDA-Mitglied bereitet man sich ja auf das Thema vor. Ich tat es mittels Internet. Immerhin: DAS INTERNET WEIß (fast) ALLES!
Und dann war es so weit. Mir fiel während der Fahrt eine Zeile aus einem Gedicht ein, welches ich recht passend fand: „Wer reitet so spät..“. Natürlich wurde es von mir mit fortlaufender Fahrt ständig umgedichtet. Bis ich auf „Wer reitet so früh gen Leipzig geschwind“ kam. Na ja, wenn man eine Autofahrt denn als reiten bezeichnen will. Bei manchen Straßen hopst man mehr als man ruhig fährt. Reiten kann gar nicht so verkehrt sein.
Da ich natürlich, wie üblich, zu zeitig ankam, konnte ich in Ruhe einen Parkplatz suchen. Den fand ich unweit vom Versammlungsort, dem Café Waldi, an einer Kirche. Das Wetter fand ich ein wenig zu nass, aber so ein Café hat ja ein Dach! Mit der Zeit trudelten immer mehr Mitstreiter ein. Letztendlich kamen wir auf zehn Anwesende:  Matthias Albrecht; Gerry Günther (dessen Künstlername Lenard James Cropley lautet, wie ich jetzt weiß) ; Rena Darsen; Marlis Michel; Angelika  Erdbeer; Peter Zech und Frau; Dr. Anne Meinecke, Luise Wilsdorf und ich. Noch bevor Luise uns mit allem notwendigen zum Thema Exposé in der Literatur versorgt, bestellten wir uns heiße Getränke zum Aufwärmen. Luise gab sich viel Mühe alles notwendige an uns weiterzugeben. Und zum besseren Einprägen hatte sie sogar Mappen mit Material für jeden vorbereitet. Nach ihrem Vortrag machten wir noch ein paar praktische Übungen an eigenen Texten zum Thema.
Danach übernahm Anne die Gesprächsführung, denn es gab noch wichtiges und organisatorisches zur weiteren Arbeit im FDA-Sachsen zu besprechen. Ein Punkt war auch der Austritt von Almut Fehrmann und ihrem Mann. Das hatte ja Auswirkungen auf die Leitungsebene, die geklärt werden mussten. Natürlich nicht komplett an diesem Tag. Aber die Richtung galt es festzulegen. Es folgten noch terminliche Absprachen betreffs nächste AJA, Weihnachtsfeier und der Aufruf einen neuen Ort für das Arbeitstreffen im nächsten Herbst zu finden, da Jachymov nicht mehr zur Verfügung stehen wird. Dann war es schon wieder so weit, dass wir auf getrennten Wegen heimwärts zogen.


Iris Fritzsche

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Goldener literarischer Herbst im grünen Herzen Deutschlands


Teilnahme des FDA-LV Sachsen an der deutschlandweiten FDA-Arbeitstagung vom 14. bis 16. Oktober 2016 in Liebenstein/Thüringen

 

Teilnehmerinnen und Teilnehmer:

Anne Meinecke, Matthias Albrecht, Carlos Ampie Loria, Hannelore Crostewitz, Horst und Christine Seidel, Friedemann Steiger, Katja Ullmann, Eveline Hoffmann

 

Im kommenden Jahr begeht Deutschland das 500. Jubiläum der Reformation. Aus diesem Anlass stand die diesjährige Arbeitstagung des FDA unter der Überschrift „Luther 2.0 – Literarische Impulse von der Weimarer Klassik bis heute“. Passend dazu war der Landesverband Thüringen vom Präsidium als Gastgeber und damit als verantwortlicher Organisator der Tagung auserkoren worden. Der Tagungsort war meist das Röderschlösschen in Liebenstein; am Abreisetag allerdings fanden die letzten Veranstaltungen im Hotel „Gisselgrund“ in Frankenhain statt, wo auch die meisten der Tagungsteilnehmer untergebracht waren. Die normalerweise 8 Kilometer lange Strecke  zwischen Hotel und Röderschlößchen wurde von einem Shuttle-Bus zurückgelegt, der auch die per Bahn Angereisten vom Bahnhof Plaue in die Quartiere transportierte. Doch so kurz sollte diese Strecke nicht bleiben: Auf Grund der Sperrung der direkten Straßenverbindung zwischen Frankenhain und Liebenstein und der daraus resultierenden Umleitung betrug sie nun ca. 20 Kilometer. Das führte zwangsläufig zu einigen zeitlichen Engpässen und notwendigen Änderungen im Ablauf der Veranstaltungen, tat aber der guten Stimmung und dem kreativen Geist keinen Abbruch, zumal wir so die Gelegenheit bekamen, noch etwas mehr von der schönen thüringischen Landschaft zu sehen und (wieder) zu erkennen, dass Thüringen zu Recht „das grüne Herz Deutschlands“ genannt wird.

Als am Freitag, dem 14. Oktober,der Shuttle-Bus die Stadt Liebenstein erreicht und dann auch das Präsidium mit den Landesvorsitzenden seine Sitzung beendet hatte, versammelten wir uns kurz nach 17 Uhr zur Eröffnung im Röderschlösschen, stießen zunächst miteinander mit einem Gläschen Sekt an und wurden vom Präsidenten des FDA, Dr. Uwe Kullnick, dem Vorsitzenden des FDA-LV Thüringen, Dr. Hansjörg Rothe, und vom ehrenamtlichen  Bürgermeister der Gemeinde Liebenstein, Jörg Becker, begrüßt. Anschließend brachte uns Hansjörg Rothe mit seinem Vortrag „… für den angehenden Thüringen­versteher“ allerlei interessante Fakten über die Geschichte Thüringens zu Gehör. Danach folgte eine Kennenlern- und (Buch-)Vorstellungsrunde, während der so manche von uns durch die von Ronny Ritze gestellten Interview-Fragen überrascht wurden. Inzwischen war der Büchertisch voll mit mitgebrachten Büchern bedeckt, und von der gegenüber liegenden Burgruine strahlten Bilder der daran projizierten Buchcover in die Nacht. Die Romantik der Stunde wurde nur ein wenig durch Müdigkeit von der Reise und unseren Hunger auf Abendbrot getrübt, denn durch die Vielzahl der Autorinnen und Autoren, die sich und ihre Bücher vorstellten, zog es sich entsprechend lange hin. Doch als wir dann endlich unseren Hunger bei einem leckeren warmen Büffet - natürlich nicht ohne die berühmten Thüringer Klöße - gestillt hatten und per Shuttle-Bus wieder im Hotel angekommen waren, war auch die Müdigkeit verflogen, und der „kleine Absacker“ mit angeregten Gesprächen in der Hotel-Gaststätte dauerte bei einigen Unentwegten doch noch bis nach Mitternacht.      

Der Sonnabend war der sehr intensive Haupt-Tagungstag, der durch einen Fest-Vortrag von Stephan Pabst von der Friedrich-Schiller-Universität zum Thema „Post-Ost-Moderne“ eingeleitet wurde. Er besprach vor allem die Entwicklung der ostdeutschen Schriftsteller und ihrer Werke nach der Wende, und in der anschließenden Diskussion ging es vor allem um die Fragen „Was ist Moderne?“ und „Was ist Post-Moderne?“.  Das Werkstatt-Gespräch über das Martin Luther zugeschriebene Zitat „Hier stehe ich, ich kann nicht anders“ unter Leitung von Hansjörg Rothe beleuchtete die Einbindung und Auslegung dieses Spruchs in verschiedenen literarischen Werken in Vergangenheit und Gegenwart, die sich mit dem „falschen Zaren“ Demetrius bzw. Dmitri beschäftigten – von Schiller und Puschkin über Volker Braun bis heute.

Es folgten zwei Workshops, die in zwei Gruppen wahlweise im Röderschlösschen oder in der Burgruine besucht werden konnten. Volker Strübing involvierte uns mit Video-Beispielen, lebhaften Berichten und einer eigenen Kostprobe seiner Kunst in Slam-Poetry und die Durchführungsweise solcher Wettbewerbe, und am Ende durften wir uns selbst an Hand von einigen vorgegebenen Worten an diesem modernen (oder gar schon post-modernen?) Genre versuchen und das von uns Aufgeschriebene möglichst effektvoll vortragen. Ein mystisch anmutendes klapperndes elektronisches Gerät – offenbar ein Zufallsgenerator – ermittelte die Punktzahl für jeden Vortrag und somit eine Gewinnerin. Eigentlich ist Slam-Poetry ja nicht so mein Ding; anfangs fiel mir auch gleich gar nichts ein, so dass ich nach Ablauf der vorgegebenen Zeit mit meiner Dichterei noch nicht fertig geworden war, aber trotzdem konnte ich den Schritt vors Publikum nicht lassen, trug tollkühn mein „unvollendetes Werk“ bis zu den letzten drei Punkten vor und – erreichte die höchste Punktzahl. Da muss das mystische Gerät wirklich ein Zufallsgenerator gewesen sein!

Der andere Workshop war mit der Frage überschrieben „Verstehen die LeserInnen der nächsten Generation noch die Bilder und Metaphern unserer klassischen Tradition? Hier schaute ich zunächst etwas pessimistisch drein, doch Dietmar Schulze vom Schillerhaus Leipzig beatwortete diese Frage mit einem klaren „Ja“: Mittels Videoaufzeichnungen von Workshops und Projektarbeit mit Kindern und Jugendlichen konnte er uns beweisen, wie gut sich auch Angehörige der heutigen Generation in die klassischen Themen und sprachlichen Bilder hinein denken können, wenn sie entsprechend angeleitet werden. So sahen wir zum Beispiel die szenische Darstellung von Schillers Balladen „Die Bürgschaft“ und „Der Handschuh“ – der letzteren sogar in drei Varianten – und selbst der anspruchsvollen Schlussszene aus Goethes „Faust II“. Na also, geht doch! Es besteht gottlob noch Hoffnung für die kommenden Generationen von Lesern – und sicherlich auch Schreibern.  

Während der Pausen wurde dann in kleinen Gruppen weiter diskutiert, Kaffee und kühle Getränke getrunken, Schnittchen und von Ronny Ritzes Mutter selbst gebackener Kuchen  gegessen und immer wieder in den auf dem Büchertisch ausliegenden Büchern geblättert. Am späten Nachmittag genossen wir die musikalischen Darbietungen von Mirjam Seifert. Mit Harfe, Flöte und Gesang zauberte sie eine wunderschöne musische Stimmung herbei, die vom Ambiente des Rokoko-Saales und den goldenen Herbstfarben, die von draußen durch die Fenster herein schienen, noch unterstrichen wurde. Nach einer Pause und einem kleinen Quiz zu zwei historischen Personen der Reformation und einer Erfindung aus dem frühen 20. Jahrhundert (Lösungen: Katharina von Bora, Melanchton und Reißverschluss), bei dem unsere Anne einen der beiden Preise (eine Flasche Sekt) gewann, folgte am Abend ein weiterer Höhepunkt: die szenische Lesung aus Goethes Flüchtlingsdrama „Herrmann und Dorothea“, zu der auch Gäste aus der Region als Zuschauer erschienen waren. Durch diese Thematik wurde uns wieder bewusst, wie aktuell dieses klassische Stück auch heute noch ist.

Wieder wurde es etwas später am Abend als ursprünglich geplant, bis wir nach der reichhaltigen geistigen Nahrung auch solche für Leib und Magen zu uns nehmen konnten, aber durch das fürstliche Drei-Gänge-Menü  im Restaurant des Hotels „Gisselgrund“ wurde unsere Geduld letztendlich mehr als belohnt. Kein Wunder, dass der „kleine Absacker“ nach dem Essen bei einigen von uns wieder etwas länger dauerte – bis die fast schon schlafende Frau Wirtin nach ein Uhr in der Früh die letzten am runden Tisch in der Ecke Verbliebenen in die Betten komplimentierte.

Nach der Beratung des Präsidiums und der Vorsitzenden der Landesverbände am Sonntagvormittag kamen wir 11 Uhr im Hotelsaal wieder im Plenum zusammen. Auf dem Programm standen eine Podiumsdiskussion, moderiert von Ronny Ritze, über die Frage „Darf ich schreiben, was ich will?“ mit Uwe Kullnick, Friedemann Steiger und Thomas Berger sowie ein Kurzvortrag von Thomas Berger zu dem bereits am Vortag behandelten Zitat „Hier stehe ich…“. Zum letzteren wurde noch einmal betont, dass es keine Nachweise (wie z. B. in den Protokollen des Reichstages zu Worms) dafür gibt, dass Luther diesen oft genannten Spruch wirklich gesagt hat. Wie die zahlreichen Literaten und Religionslehrer aus Vergangenheit und Gegenwart allerdings darauf kamen, diesen immer wieder zu zitieren, wird wohl für ewig ein Geheimnis bleiben. Das Ergebnis der Podiums- und Publikumsdiskussion war ein eindeutiges „Nein“ zur Wiedereinführung der Zensur von literarischen Werken, da das Verbot der Veröffentlichung von diskriminierenden und anderen Menschen oder gesellschaftlichen Gruppen schadenden Äußerungen hinreichend gesetzlich festgelegt ist. Hier sollte lieber ein demokratischer, inhaltlich qualifizierter Dialog zum Tragen kommen und dabei helfen, noch bestehende Vorurteile abzubauen.

Nach aus Zeitgründen - der Shuttle-Bus zum Bahnhof Plaue wartete schon – kurzen Abschluss- und Dankesworten mehrerer an der Arbeitstagung wesentlich Beteiligter ging es dann ans Abschiednehmen und auf die Heimreise, voller vieler neuer Eindrücke, Denkanstöße und Bekanntschaften und bereits erster Vorfreude und Neugier auf die nächste bundesweite Tagung, deren Ort noch nicht bekannt ist.

Vielen herzlichen Dank, liebes Präsidium, liebe Landesvorsitzende, vor allem aber auch liebe nicht sehr zahlreiche, aber umso aktivere und stark engagierte Leute des Landesverbandes Thüringen, für die Organisation und Durchführung dieser Tagung! Das wage ich mir guten Gewissens, im Namen aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Sachsen zu sagen.

Zuletzt noch ein kleines persönliches Wort von mir: Vielen lieben Dank an ALLE, die mir als gehbehinderter Person während der Tagung geholfen haben, die nicht immer ganz barrierefreien Wege zwischen den verschiedenen Räumlichkeiten zu bewältigen. Nach der Abschlussveranstaltung wurde ich sogar individuell zum Hauptbahnhof Arnstadt chauffiert, wo ich meinen Abreisebahnsteig bequem per Fahrstuhl erreichen konnte. Es war nach meinem Eintritt in den FDA im Jahr 2013 die für mich erste deutschlandweite Arbeitstagung, an der ich teilnehmen konnte, und ich komme ganz bestimmt wieder, so wie viele aus Sachsen und anderen Landesverbänden auch.

Also dann:

„Auf Wiedersehen in X“ (Zitat Uwe Kullnick)!

 

Eveline Hoffmann

 

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Odyssee mit Happy End

Als Anne, Hannelore und Matthias eine halbe Stunde vor Tagungsbeginn beim "Gasthof am Gisselgrund" in Frankenhain ankamen, waren sie noch guter Dinge. Ein paar Minuten später relativierte sich diese Hochstimmung abrupt, eröffnete ihnen doch der Portier, dass nicht alle Teilnehmer im Hotel unterkommen könnten und man auf eine Pension in Gräfenroda ausweichen müsse. Zudem sollten sich Anne und Hannelore ein Zimmer teilen. Da beide eh erkältet waren und sich kaum noch gegenseitig anstecken konnten, fügten sie sich ins Unvermeidbare. So entlockte ihnen auch der Hinweis auf die defekte Heizungsanlage nur ein müdes Lächeln. Immerhin wolle man bis zum Abend Abhilfe schaffen.
Nach mehreren Erkundigungen bei am Straßenrand herumlungernden Eingeborenen und einer nervigen Irrfahrt fanden die drei schließlich die Pension, in welcher Matthias residieren sollte. Hier eröffnete man ihnen, dass der eigentliche Tagungsort in Liebenstein aufgrund einer seit Mai betriebenen Baustelle nur auf Umwegen zu erreichen sei. Statt einem Kilometer müsse man nun die zwanzigfache Strecke bewältigen.
Anne, Hannelore und Matthias beschlossen, ihren Nervenzusammenbruch noch etwas aufzuschieben und von weiteren Hiobsbotschaften abhängig zu machen, welche Gott sei Dank ausblieben. Mit erheblicher Verspätung trafen sie am Tagungsort ein, doch siehe da - sie waren nicht die letzten ihrer Art!
Alles in allem wurde es dennoch eine gelungene Tagung, die der Thüringer FDA ausrichtete. Und mal ehrlich - so ein kleines Abenteuerwochenende hin und wieder ist doch auch ganz nett, oder?

Matthias Albrecht

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Saltos schlagen und gleichzeitig einen Roman schreiben  


„Da biste sprachlos“ - Auftaktveranstaltung zu 20 Jahre FDA Sachsen 2017

  


Das Café des Stadtmuseums Dresden war bis auf den letzten Platz gefüllt, als ich es am 5. Oktober 2016 eine Viertelstunde vor Veranstaltungsbeginn betrat. Zum Glück hatten die Akteure einen Platz für mich besetzt. Eine von Peter Bieles sehr nachdenklichen Geschichten hieß „Afrikaner in N.“ und handelte von der Teilnahme eines Afrikaners am Krippenspiel. Am Ende der Vorstellung waren die Zuschauer begeistert über die Authentizität. Auch Katja Ullmanns Geschichte beschäftigte sich mit Flüchtlingen. Sie erzählte sehr anschaulich von ihrem Deutschunterricht  in der Erstaufnahmeeinrichtung in der ehemaligen Neuen Mensa der TU Dresden. Am Ende des Unterrichts hatte sie ihr Schüler in seine Familie integriert. Michael Bartsch ließ uns an seinem ersten Westbesuch nach der Öffnung der Grenzen teilhaben und brachte uns auch sein Verhältnis zur Stadt Dresden nahe. Horst Seidel und wir waren sprachlos, als er die Literatur und den Literaturbetrieb in  der DDR und im vereinigten Deutschland verglich. Auf der Malerleiter führte er anschaulich vor, dass das Wenden schwierig ist. In der DDR durfte man den Marxismus-Leninismus beim Schreiben nicht vergessen und jetzt muss man „ein Salto mortale nach dem anderen schlagen und dabei einen Roman schreiben“. Auch Hannelore Crostewitz beschrieb das heutige Verhalten der Leser in „Vor der Buchhandlung“ sehr treffend. Sie besuchen zwar die Lesungen, kaufen aber kein einziges Buch. Luise Wilsdorf bot zum Abschluss die „Lorelei“, frei nach Lene Voigt und las das 1. Kapitel aus ihrem Theaterstück „Eine Leiche zum Tee“. Musikalisch wurden die Beiträge von Michael Bartsch an der Geige und Christian Mögel am Keybord sehr unterhaltsam umrahmt. Eine gelungene Veranstaltung, aber etwas zu lang geraten.

  

Wir möchten uns ganz herzlich bei der Landtagsfraktion Die Linke bedanken, die uns mit einer Spende aus ihren Spendentopf von LINKS unterstützten. Weiterhin bedanken wir uns bei Herrn Stratenschulte vom Stadtmuseum Dresden, dass wir das Café länger als vereinbart nutzen durften.


Anne Meinecke

 

 

 

 


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Oktober 2016

Ein Fest und zwei hübsche Nachkommen

Das Chemnitzer Rathaus, besser gesagt die Mitarbeiterinnen der „EU-Stelle“, luden zum Nachbarschaftsfest im Rosenhof ein. Die Hauptarbeit der Organisation bewältigte Birgit Leibner von der Bürgerinitiative sehr souverän. Ich konnte mich einbringen dank der seit Jahren gepflegten Kontakte mit Autoren aus den Nachbarländern Tschechien und Polen. Quasi als Belohnung wurde unser Verband aufgenommen in den Kreis der Akteure. So kam es, dass Peter Gehrisch mit seiner Frau Stanislawa und der Künstlerin Elsbieta, Petr Miksicek, Radek Fridrich, Anne Meinecke, Hermann Friedrich und ich sich präsentieren konnten. Wir waren in illustrer Gesellschaft mit fast allen in der Stadt aktiven Vereinen und Gesellschaften. Am Rande des Geschehens hatte ich mich besonders interessiert für den Vorsitzenden der Deutsch-Französischen Gesellschaft, der in seiner schmucken Parade-Uniform nicht zu übersehen war. Ich zeigte ihm mein Buch, in dem ich von Frankreich erzähle und gewann Interesse.
„Würden Sie bei uns eine Lesung machen?“
Klar, auf diese Frage gibt es keine negative Antwort.
Gleich zwei neue Begegnungen waren entstanden und weitere spannende Ereignisse können miteinander organisiert werden.
Das erste Ereignis als Folge des soziokulturellen Spektakels auf dem Rosenhof ist schon fast wieder Geschichte:
Am 9. September 2016 konnte ich im Otto-Brenner-Haus auf dem Sonnenberg eine Lesung mit eigenen Fotos aus meinem Buch „Bonjour, Frankreich!“ gestalten. Mein Mann Rolf warf die Lichtbilder per Beamer an die weiße Wand. Ich hatte, was sich wohl jeder Autor wünscht: Ein sachkundiges sehr aufmerksames Publikum, das zudem interessante Diskussionsbeiträge spendete. Dabei hatte ich vorher große Bedenken wegen der lähmenden Sommerhitze. Hermann Friedrich hat mich durch seine Anwesenheit seelisch und moralisch unterstützt und kann mehr darüber erzählen.
Die zweite Fortführung des Chemnitzer Festes geschah vom 30. September bis 2. Oktober 2016 in Lwowek Slanski. In diesem polnischen Städtchen finden jährlich die „Tage der Poesie und Kunst“ statt. Peter Gehrisch und seine Frau Stanislawa sind die geistigen und praktischen Urheber dieses kulturvollen Treffens, und das schon seit 20 Jahren. Sie sprachen während des Chemnitzer Nachbarschaftsfestes eine Einladung dafür aus, die Frau Leibner und die Ehepaare Meinecke und Fehrmann gern angenommen hatten. Das war hochinteressant. Die meisten Texte wurden zwar in polnischer Sprache vorgetragen, aber gerade das war das Besondere. Wir lernten wunderbare Menschen kennen: die Poeten Wojciech Izaak Strugala aus Polen und Milan Hrabal aus Tschechien; das Genie der slawischen Sprachen Bettina Wöhrmann aus Heidelberg; Marek Sniecinski – Autor, Übersetzer und Direktor der Akademie der Künste in Breslau; Peter Gehrisch als Autor und Übersetzer und nicht zuletzt, die unübertroffene Stanislawa Gehrisch, die uns mit herzlicher Gastfreundschaft durch die Tage begleitete. Lesungen an mehreren Orten, Besichtigung des Rathauses und der Bibliothek, Eröffnung der Fotoausstellung von Alina Basara mit dem eindrucksvollen Titel „Mit dem Kopf in den Wolken“ – immer stand sie uns zur Seite, erklärte und dolmetschte.
Wenn es so schön ist, wünscht man sich, dass es kein Ende nehmen möge. Das geht ja nicht. Aber eine Wiederholung im nächsten Jahr, das sollte gehen.

Almut Fehrmann


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17./18.09.16 FDA-Treffen 2016 in Mariánská / Jáchymov

Es war in den letzten beiden Tagen nicht nur ein bisschen feucht im Krušné hory.
Petrus hat es, genau genommen, voll versemmelt. Das hat unsere FDA-Truppe aber nicht in der guten Laune beeinträchtigt.
Wie immer, haben wir uns 12 Uhr an der Pension in Mariánská / Jáchymov getroffen, uns die passenden Zimmer herausgesucht und nach einem reichhaltigen typisch tschechischen Mittagessen ins Tagesprogramm gestürzt.
Carola entführte uns, trotz Dauerregen, in das kleine Museum nach Horní Blatná einer Stadt unweit der deutschen Grenze bei Johanngeorgenstadt im böhmischen Erzgebirge, wo sie uns wieder viele interessante historische Daten zu Gehör brachte. Der deutsche Name des Ortes lautete ursprünglich nur Platten oder Platten bei Karlsbad.
Natürlich füllte wieder Foto um Foto meinen Speicherchip. (Den Link zu dieser Bilderstrecke findet ihr unter dem Text.)
Noch etwas mussten wir unterwegs füllen – den Tank von Iris’ Auto, damit das nicht irgendwo in der dicken Nebelsuppe den Geist aushauchte. :-)
Zurück in der Pension gab es Kaffee und leckere eierlikörgefüllte, schokoladenüberzogene Leckereien und Buttercremeschnecken. Das gab Kraft für die nun folgenden Programmpunkte, wie: Rechenschaftsberichte, Revisionsbericht, Entlastung des Vorstandes, Neuwahl, Satzungsänderung, und den Jahresplan 2017.
Nach dem Abendbrot stieß Petr Mikšíček zu uns, um uns über seine Arbeit an den Filmen über Marzebilla, die Fee des Erzgebirges, zu berichten. In drei Filmbeiträgen brachte er uns die Legende und seine eigene Verbundenheit mit dem Krušné hory nahe.
So, wie es schon den ganzen Tag ausgesehen hatte, war die Fee wohl neugierig auf den Besuch auf Sachsen gewesen, denn ihr dicker Nebel hatte uns ja schon am Mittag an der Grenze empfangen.
Als sich der sympathische Regisseur verabschiedet hatte, saßen wir noch lange beisammen und besprachen alles, was uns gerade in den Sinn kam.
Die Hoffnung, der Regen würde sich wenigstens über Nacht verziehen, erfüllte sich leider nicht. Und der Morgen begann genau so nass, wie der Abend geendet hatte. Also blieben wir nach dem Frühstück im Haus, zumal uns die Gesprächsthemen nicht ausgingen, bis wir unsere AJA, zum Thema Rechtschreibung, unter Leitung von Hannelore Crostewitz durchführten. Nach einer anschließenden kurzen Lesung war auch schon Mittagszeit und nach dem Essen der Abschied gekommen.
Marzebilla begleitete uns noch eine lange Strecke auf dem Heimweg. Mich verließ sie sogar erst in Annaberg-Buchholz. Wie uns Petr Mikšíček lehrte, ist sie neugierig. Mindestens so wie wir, wenn wir einmal im Jahr nach Mariánská / Jáchymov kommen. Also habe ich mich auch nicht über den vielen Nebel gewundert.

t.co/MBKXNeJhZv

Reni Dammrich

Und so hat Iris ihren ersten Besuch in Mariánská / Jáchymov erlebt:

(Ihre Bilder findet ihr mit unter meinem Link.)

Ist Marzebilla schuld?

  

Regen und Nebel bildeten am Samstag, 17.9.16 das Empfangskommando in Jachymov. Dabei hatten mir alle immer von der schönen Sicht und der wundervollen Landschaft erzählt. Vor allem, wenn man das erste Mal mit von der Partie ist, kann so ein Wetter schon abschreckend wirken. Doch als Gegenmaßnahme hatte ich jede Menge gute Laune im Gepäck. Besonders weil ich mich schon jahrelang darauf gefreut hatte, auch mal dabei zu sein. Unsere Unterkunft umwehte ein Hauch achtziger Jahre Nostalgie. Ich fühlte mich in die Zeit von Jugendherberge, Studententreffen und Schlichtheit zurück versetzt. Das schaffte zusätzlich etwas wohlig anheimelndes.

Nach einem herzlichen HALLO von allen Seiten gingen wir zum Thema Mittagessen über. Wie heißt es so schön: Nur wer gut speist, kann gut arbeiten! Und was kann besser sein als von den Wirtsleuten frisch gekochtes Essen. Nach dem Essen folgte als erster Programmpunkt des Tages Kultur.  Wir fuhren als Autokarawane nach Horni Blatna. Im dortigen Museum erklärte uns Carola Seiferth-Bender einiges zur Entstehung des Ortes und zum Erzgebirgsdichter Hans Soph. Ich fand die ausgestellten Ansichtskarten mit den Liedtexten besonders interessant. Anschließend wollten wir eigentlich einen Blick in die dortige Kirche werfen, doch eine verschlossene Tür und sehr heftiger Regen erwiesen sich als starke Gegenargumente. Auf der Rückfahrt legten wir noch einen kurzen Stopp auf einem Berg ein. Von dort aus blickten wir auf einen , bis auf die Kirche, völlig verschwundenen Ort. Regen und heftiger Wind trieben uns aber auch hier rasch zurück in die Autos und in unser Quartier. Hier überraschten uns die Wirtsleute mit leckerem Kuchen und Kaffee. Danach ging es uns wie in dem Lied von Udo Jürgens „...sie husteten und prusteten, fast ging nichts mehr rein...“

So gestärkt ging es in den offiziellen Teil, die Mitgliederversammlung. Hauptprogrammpunkt war die Wahl des neuen Vorstands. 

Am Abend folgte ein weiterer Höhepunkt. Petr Mikšíček, ein Filmproduzent, erzählte uns etwas über eine wenig bekannte Sagenfigur dieses Gebietes, die bereits oben erwähnte Marzebilla. Zur besseren Anschaulichkeit liefen dazu auch noch mehrere Kurzfilme mit deutschem Untertitel, welche er mit Hilfe von Laiendarstellern aus den umliegenden Dörfern gedreht hatte. Marzebilla ist nämlich seit einem tragischen Ereignis bei ihrer Hochzeit unsterblich und soll seit dieser Zeit im Nebel versteckt die Leute belauschen, ihnen helfen oder schaden. Deshalb habe ich sie auch für das Nebelwochenende als verantwortlich hinterfragt. Der Abend endete mit einem zwanglosen Beisammensein  und Gesprächen.

Der Sonntagvormittag diente unserer orthografischen Weiterbildung. Es ging um Groß- und Kleinschreibung, typografisches und Hinweise zu Formulierungen. Diese Aufgabe hatte Hannelore übernommen.

Nach einem letzten gemeinsamen Mittagsmahl mussten wir uns leider wieder trennen und heimwärts ziehen. Nur einer blieb – der Regen. Ich hatte insgeheim schon Überlegungen angestellt, wann in dem, die Straße herunter fließenden, Bach die ersten Forellen heraufgeschwommen kämen.

Darauf zu warten reichte die Zeit aber nicht mehr.

Auch wenn uns das Wetter solche Regenstreiche gespielt hat, es war ein, sicher für alle, erlebnisreiches Wochenende gewesen.


Iris Fritzsche


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Sommertreffen in Waldenburg 25.06.2016


Bei strahlendem Sonnenschein trafen wir uns vorm Naturalienkabinett, um eine Führung durch eines der ältesten deutschen naturkundlichen Museen zu genießen. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eigens als Museum erbaut, beherbergt es auch die Sammlung der Apothekerfamilie Linck.

Ich war äußerst angenehm von den Veränderungen überrascht, die Haus und Sammlungen in den letzten Jahren erfahren haben. Die unteren Räume sind jetzt hell und einladend gestaltet. Während sich oben die „Schockexponate“, wie konservierte menschliche Föten mit Missbildungen, nun im letzten Raum befinden, statt an der Treppe, und so auch keine Kinder mehr ängstigen, die ihnen unvermittelt gegenüberstanden und die gleich zwei Mal daran vorüber mussten, ob sie wollten oder nicht.

Die umfangreichen, zweihundert Jahre alten Sammlungen von Mineralien, Versteinerungen, ethnologischen Raritäten, Tieren und physikalischen Geräten sind auf alle Fälle einen Besuch und vor allem eine Führung wert, um nützliches Hintergrundwissen zu bekommen.

Unser nächster Weg führte zur Töpferwerkstatt Peter Tauscher, die wir ebenfalls geführt besichtigen konnten. Es ist immer wieder unglaublich, was der Mensch aus einer klebrigen Masse zaubern kann! Ob Blumenkästen, Butterdosen, Vasen oder Tiere, hier gibt es die schönsten Sachen zu bestaunen und zu kaufen.

Unter regensicheren Schirmen im Hof hielten wir kurze Pause. Es grummelte in der Ferne, nieselte wenige Augenblicke dezent und wohl nur zur Schau, um zu beweisen, dass wir es tatsächlich mit einem Gewitter zu tun hatten und das kniff, als es uns nicht beeindrucken konnte, den Schwanz endgültig ein. Das Gewitter zog es vor, sich nörgelnd zu verdrücken, um später einen neuen Versuch zu unternehmen, uns zu vertreiben.

Glücklicherweise genau so stümperhaft, wie beim ersten Test. Wir hatten da nämlich schon den Grünefelder Park durchquert und saßen bei Kaffee und kleinem Imbiss in der Glänzelmühle, wo uns der Regen noch weniger störte.

Hier debattierten wir über die bevorstehende Vorstandswahl in Jachymov, freuten uns, dass Lenard James Cropley, wenn auch schweren Herzens, aber doch, die Schatzmeisterstelle in Erwägung zieht und ließen uns vor allem den schmackhaften Kuchen munden. Rolf war der Einzige, der ein echtes Kännchen Kaffee, und dafür unsere Ah- und Oh-Ausrufe, bekam. Alle anderen hatten nämlich Schwindelkännchen. Nein, nicht, was ihr jetzt denkt! Sie bekamen die Menge eines Kännchens in einer großen Cappuccino-Tasse gereicht. Die Riesenpötte schwindelten also vor, sie seien Kännchen.

Zudem wunderten wir uns, warum auf der Rückseite der Bierdeckel ein Frauengehirn beschrieben wird, aber keines der Männer. Meine lauthals geäußerte Vermutung: „Die haben keins!!" (Aua! Nicht hauen! *kicher*), sorgte für etwas Verwirrung am Tisch und ziemliches Gelächter.

Nachdem uns Peter auf dem Weg zum Park auf wundersame Weise abhandengekommen war, tauchte er hier plötzlich genau so wieder auf, was allgemeine Verblüffung hervorrief. Das Areal des Grünefelder Parks ist sicher viel mehr Blicke wert, als wir ihm in der Kürze der Zeit widmeten und vielleicht hat Peter das ja in der Zeit getan, als er „verschollen“ war.

Da wir auf die Schnelle nicht herausbekommen haben, warum das Lokal Glänzelmühle heißt, wird nun kräftig recherchiert.

Auf unsren heutigen Wegen haben wir alle viel gesehen, gehört, erfahren und gelernt.

Ein riesengroßes DANKESCHÖN an Elke, die Organisatorin unseres Sommertreffens 2016.


Unter diesem Link findet ihr die Bilder des heutigen Tages: t.co/C2Oizheo9V




Reni Dammrich

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Kosmonauten und alte Geschütze


AJA des FDA Sachsen
Datum: 28.05. 2016

Ort: Stadtbibliothek Chemnitz
Teilnehmende: Anne Meinecke, Almut Fehrmann, Elke Krausse, Tasillo Römisch, L.J. Cropley

In kleiner gemütlicher Runde fanden wir uns zwischen Büchern und besprachen organisatorische Dinge zu Sommerfest und Mitgliederversammlung/ Vorstandswahl. Anne wird dazu gesondert Mails schicken. Wegen der geringen Teilnehmerzahl war sowieso keine demokratische Diskussion mit Einbezug aller Stimmen möglich.
Zur Mitte der Zeit besprachen wir Elkes Lyrik und verweilten mit ihr auf einer Sommerwiese und schlenderten in der Ahnengalerie. Es gab Anregungen zu Wortwahl, Gedichtmelodie, Reim uvm.
Anne las ihren Text über die alten Kriegsbunker an der französischen Küste vor. Er bekam einen neuen Titel, bzw. Ideen dafür und scheint nun langsam vollendet zu sein.
Ich trug ein Gedicht vor und bekam Einblicke in das, was, meine Zuhörer empfanden. Beim lauten Vorlesen bemerkte ich selbst einige Wörter, die man streichen konnte.
Ein besonderer Gast des Tages hieß Tasillo Römisch. Er war schon für die letzte AJA in Leipzig angekündigt gewesen, die wegen zu geringer Teilnehmerzahl ausfiel. Der Mittweidaer erzählte ausführlich aus seinem hochinteressantem Leben, was hauptsächlich mit der Raumfahrt zu tun hat. Für all diese Gespräche und Treffen mit Kosmonauten und anderen Persönlichkeiten suchte er einen Schriftsteller. Wir gaben ihm Tipps und werden uns in unseren Reihen umhören. Keine einfache Angelegenheit, aber sehr sehr spannend!
Der nächste Treff des FDA Sachsen wird zum Sommerfest am 25.6.16 in Waldenburg sein.

Bis dahin, liebe Grüße

Lenard James Cropley

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3. Chemnitzer Lesenacht und Büchermeile 2016

Ein paar Fotos findet ihr unter dem Link: t.co/m5xYv6PkFW

Büchermeile/Lesenacht in Chemnitz, ein Ereignis, welches ich mir nur ungern entgehen lasse. Auch in diesem Jahr hat die Kombination freies Wochenende – Büchermeile gepasst. Zumal es für mich bis nach Chemnitz immer ein Tagesausflug ist. Und Tagesausflüge soll man genießen. Also erst einmal lecker beim Mexikaner Mittagessen. Dann weiter zum Stietz, dem alljährlichen Veranstaltungsort. Der Parkplatz direkt vor dem Gebäude ist aber erst ab 14:00 Uhr gebührenfrei. Mist, ich war reichlich 10 Minuten vor der Zeit da! Na ja, ich musste auch erst mal einen langen Hals machen, um nach einem Plätzchen für mein Auto Ausschau zu halten. Gar nicht so einfach wenn das Auto ein Dach hat! Glücklicherweise wurde gerade eine Lücke frei. Schnell hinein gehuscht! Noch immer fehlten fast 10 Minuten. Was jetzt? Ticket kaufen? Nee, das lohnt sich nicht. Wenn aber nun doch  eine Politesse vorbei geschlendert kommt die gern noch ein Samstag-Feierabend-Knöllchen verteilen möchte? Bleibt nichts weiter übrig als die Zeit im Auto zu verbringen. Nur so im Auto sitzen und warten ist furchtbar langweilig. Tun wir mal so als würden wir noch irgendetwas in der Tasche suchen. Hm, füllt auch nicht die ganze Zeit. Plötzlich kam eine Muse im Tiefflug vorbei. (Sicher wollte die auch zur Lesenacht.) Sie streifte mich kurz. Mich zwickte dadurch ein kleiner Schelm. Ich griff zu meinem Ideenheft und einem Stift und schwupp stand ein Parkplatz-Gedicht darin. (Das wird sicher noch Verwendung finden.)
Endlich war es so weit. Ich konnte mein Auto in Richtung Tietz verlassen. Nach einem kurzen Rundumblick traf mein Auge auf eine bekannte Gestalt. Es war Almut. Gemeinsam ging es zu dem für den FDA vorgesehenen Platz, wo ich auch gleich begann, meine Bücher auszubreiten. Nicht lange danach erschien auch Reni mit ihrem Drachen im Schlepptau. Almut – ich – Reni , damit war fast die gesamte Vorderfront in Besitz genommen, genau gegenüber der Eingangstüren. Was als Publikumsmagnet gedacht war, erwies sich aber leider im Verlauf des Nachmittags zunehmend als gesundheitsgefährdend. Der Wettergott muß wohl in diesem Jahr der Veranstaltung aus unbekannten Gründen nicht sehr gewogen gewesen sein. Er schickte Kälte, Regen und Wind ins Rennen. Durch das ständige Öffnen der automatischen Türen, hatte sie freien Eintritt und umarmten uns jedes Mal. Das fanden wir alle drei nicht gerade nett von denen. Almut griff als erste zur Jacke. Dann zog auch ich den Pullover unter mein Afrika-Kleid. Und auch Renis Kettenhemd erwies sich als nicht sehr kältetauglich. Doch nicht nur uns mißfielen die Temperaturen, sondern leider auch einem Großteil der Chemnitzer. Weshalb diese lieber zu Hause blieben und leider nicht so zahlreich wie im Vorjahr die durchaus gut organisierte Veranstaltung besuchten. Trotzdem kam es zu zahlreichen interessanten Gesprächen mit den Mutigen, die sich ins Tietz gewagt hatten.

Iris Fritzsche

Oh je, die Muse muss Iris aber voll zu Boden geknutscht haben. Ich war nämlich schon eine halbe Stunde vor allen anderen im Tietz. *lauthals lach*


Sina Blackwood


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09.04.2016 - Lesung im Europa-Haus
                                                                                                     
Es war wieder soweit. Seit 2012 veranstalten der Freie Deutsche Autorenverband, Landesverband Sachsen und Barbara Buczynska gemeinsame Lesungen in Polen und Deutschland. Die diesjährige Lesung fand am 9. April in Kooperation mit dem Europa-Haus in Leipzig statt. Zum ersten Mal wollten unsere Gäste auch am Leseort übernachten. Würde ihnen das Hotel und die Stadt gefallen, wie würde die Lesung verlaufen und würden auch genügend Zuhörer kommen?

Mit diesen Fragen fuhr ich ins Hotel, um Barbara Buczynska, ihre Tochter und  ihre Übersetzerin Magdalena Olszewska zum Stadtrundgang abzuholen. Nach der herzlichen Begrüßung war meine Aufregung verflogen und sie waren sehr gespannt auf Leipzig. Schon auf dem Weg in die Innenstand diskutierten wir im Anblick des Völkerschlachtdenkmals über europäische Geschichte  und am Augustusplatz begeisterte sie neben dem Gewandhaus mit Mendebrunnen das neugebauten Universitätsgebäude, das die alte Architektur neu interpretiert. Wir kamen noch am Städtischen Kaufhaus, dem ersten Mustermessehaus, vorbei, gingen durch die Mädlerpassage zum Naschmarkt und natürlich in die Nikolaikirche, in der die friedliche Revolution ihren Anfang nahm. Sie stellten viele Fragen und fotografierten alle Sehenswürdigkeiten. Schade, dass wir nur eine Stunde Zeit hatten und ich nur ein Bruchteil von Leipzig zeigen konnte.

Im Europa-Haus wurden wir vom Geschäftsführer, Herrn Christian Dietz, herzlich begrüßt. Der Saal füllte sich, sogar junge Leute waren gekommen. Zu Beginn stellte Magdalena Olszewska in einem Lichtbildervortrag Swieradów-Zdrój (Bad Flinsberg) und die Geschichte des Ortes vor. Danach erzählte sie eine Legende über die Teufelsmühle in Czerniawa-Zdrój (Bad Schwarzbach) und wie das Isergebirge zu seinem Namen kam. Anschließend trug Barbara Buczynska ihre lyrischen Texte, die bei den polnischen Zuhörern gut ankamen, vor. Magdalena Olszewska hat diese Gedichte ins Deutsche übertragen und las immer die entsprechende Übersetzung. Almut Fehrmann ließ uns an ihren Nachtgedanken über Flucht und Vertreibung teilhaben. Eveline Hoffmann nahm uns mit auf eine poetische Reise durch Europa und las auch einige ihrer englischen und irischen Nachdichtungen. Anne Meinecke beschrieb, wie Relikte des letzten Krieges ihren Urlaubstag in Frankreich jäh veränderten. Zum Abschluss stellte sich Friedemann Steiger auf polnisch vor und las einen Abschnitt aus dem deutschen Teil seines zweisprachigen Buches „Polnisch lernen“, den danach Magdalena   Olszewska  auf polnisch vortrug.

Diesen ereignisreichen Tag ließen wir mit interessanten Gesprächen im Ratskeller ausklingen. Unsere Gäste wollen wieder kommen und auch die Lesungen im Europa-Haus werden weiter gehen.

  
Anne Meinecke

 

 

 

 


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Nachlese

9.4.2016, ein Samstag. Ich hatte mein freies Wochenende. Dieses sollte zumindest teilweise mit Kultur gefüllt werden. Da kam die Mail von Anne mit der Mitteilung, dass die Lesung mit der polnischen Autorin Barbara Buczynska auf diesen Tag verschoben wurde, gerade recht. Ich schwang mich in mein Auto und brach auf in Richtung Leipzig. Weil ich natürlich wieder einmal viel zu früh vor Ort war, machte ich nach erfolgreicher Parkplatzsuche einen Orientierungsspaziergang rund um den Markt. Dort, im Europa-Haus, sollte das Event steigen. Laufen macht müde und vor allem durstig. Das verlangte nach einem Kaffee. Gelegenheiten gab es reichlich. Ich wählte einen Platz im Freien, unweit des Veranstaltungsortes. An einem Tisch saß ein traurig aussehender älterer Herr. Ich setzte mich dazu. Beide rührten wir ahnungslos und schweigend in unseren Tassen, nicht ahnend, dass wir bald darauf noch weiteren Kontakt haben würden. Später erfuhr ich, dass es sich bei dem Herren um Friedemann Steiger handelt. (Sorry, auf dem Foto im „Sachsenbrief“ sah er etwas anders aus.) Nach und nach sammelten sich weitere Veranstaltungsteilnehmer vor dem Haus.
Und dann stiegen wir die lange Treppe zum Veranstaltungsort hinauf. Ich war mächtig gespannt auf das, was mich erwarten würde. Nach der offiziellen Eröffnung durch Anne folgte ein, von der jungen Übersetzerin Magdalena Olszewska auf deutsch gehaltener, Bildervortrag über Bad Flinsberg und Umgebung. Ein interessanter Einstieg! Darauf folgte die Lyrik-Lesung von Barbara Buczynska, die von Magdalena Olszewska zwecks besseren Verstehens ins Deutsche übertragen wurde. Es waren Gedichte über Liebe, Vertrauen und zwischenmenschliche Beziehungen, die zum Nachdenken anregten.
Aus dem polnischen Kennenlernen wurde im Laufe der Veranstaltung durch die Mitwirkung von Almut, Eveline, Anne und Friedemann eine literarische Rundreise durch große Teile Europas mit Start und Ziel in Polen. Insgesamt ein abwechslungsreicher und kurzweiliger Nachmittag.
                                                                                                       Iris Fritzsche

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Buchmesse Leizig 2016


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Lesung von Hannelore Crostewitz auf der Leipziger Buchmesse 2016 aus dem Buch “Das gewisse Etwas”, Autorin der Fotos: Annette Jünger  Das letzte Foto ist vom Stand der Textwache, zu der sie auch gehört und die erstmalig einen Stand auf der Buchmesse hatte + künftig weiter haben wird.

 

 

 

 


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Lesung Sina Blackwood auf der Leipziger Buchmesse aus "Drachenkomp(l)ott". Verrückt-fröhlicher Besucherandrang an Sinas Messestand und ein Foto mit den absolut netten Bestsellerautoren Inny & Elmar Lorentz.

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AJA am 20. 2. 16 11.00 - 14.00 Uhr Besprechen der eigenen Texte im Chemnitzer Tietz

  

Teilnehmer: Evi Hoffmann, Anne Meinecke, Almut Fehrmann, Margit Aurich, Elke Krauße, Lenard James Cropley, Hermann Friedrich, Reni Dammrich

  

 

Im Banne von Margits geheimnisvoller blauer Wunschkugel widmeten wir uns, umgeben von den Büchern der Stadtbibliothek, unserer AJA, um eigene Texte zu Gehör zu bringen. Den Reigen eröffnete Evi mit wundervoller Lyrik zum Sinn des Schreibens und einem Dozenten, der immer wieder mit Herzblut an seinen Unterricht geht. Ihre kritischen Worte zum Skandal um die Regensburger Domspatzen, sollten sich die entsprechenden Personen ganz dick hinter die Ohren schreiben lassen. Am besten mit Tattoofarbe, um sie niemals zu vergessen!

Ich folge nun, der Einfachheit halber, der Sitzreihenfolge im Uhrzeigersinn, um niemanden zu vergessen.

Lenard James hatte ein abschreckendes Beispiel dabei, wie ein grauenhaftes Lektorat die Arbeit eines Schriftsteller entstellen und zunichtemachen kann.

Elke berichtete lyrisch über das Unglück auf Rügen, als ein Stück Kreidefelsen abstürzte und ein Mädchen tötete. Aber auch die Chancen der Lebensabschnitte führte sie uns vor Augen. Almut beschloss spontan, dem Zweifel zu huldigen, womit sie bei uns für amüsierte Sprüche sorgte.

Anne folgte den Spuren der Weltkriege am Atlantik in Frankreich. Wobei Krieg auf dieser Welt leider noch immer allgegenwärtig ist.

Auch Almut konnte diesem Thema nicht ausweichen. Doch die Gedanken an ihren kleinen lebensfrohen Freund von der S-Bahn-Fahrt, zauberte ihr nach Tränen, um das Leid der unzähligen Flüchtlinge, wieder ein Lächeln ins Gesicht. Der Achtjährige hat zumindest das Glück, mit seiner Familie heil hier angekommen zu sein und deutsch zu lernen.

Margit schwelgte in Gedanken daran, wie grandios es sich anfühlte, zum Schweizer Nationalfeiertag die Fahne hissen zu dürfen.

Hermann kam als später Nachzügler, weil ihm irgendwie die Uhrzeit einen Streich gespielt hatte.

  

Natürlich spielten wir auch reichlich Ideen zur bevorstehenden Lesenacht und für Werbeartikel für den FDA Sachsen durch.

 

Zudem hoffen wir nun alle, dass unsere Wünsche in Erfüllung gehen, die wir stumm, aber inbrünstig, der blauen Kugel verraten haben.

 

Reni Dammrich

 

https://www.facebook.com/reni.dammrich/posts/1037590566263520


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Das Oxymoron und das Feuer der Liebe

AJA zu Literarischen Bildern und Effekten (Auszug)

Termin:    23.01.2016

Ort:         „Café Waldi“ Leipzig

Leitung:   Luise Wilsdorf

Gäste:      Elwira Krupp, Sabine Groh

Teilnehmende: Anne Meinecke, Peter Zech, Reina Darsen, Hannelore Crostewitz, Matthias Albrecht, Horst Seidel, L.J. Cropley

 

Es war einmal ein kleines Oxymoron, das hatte sich im Wörterdschungel verlaufen. Vielleicht, weil das Schneetreiben zu dicht war. Schnee? Dschungel? Lassen Sie mich von vorn beginnen. Dichter Flockenwirbel bremste an diesem Januarsamstag einige Chemnitzer Autoren aus, Leipzig zu erreichen. Nur mir gelang es mit dem „Polarexpress“ - einer fast weißen vereisten Regionalbahn - die Großstadt zu erreichen. Im Café Waldi angekommen, begrüßten sich die (Leipziger) Autoren und Luise Wilsdorf starte ihre Ausarbeitung zu o.g. Thema. Hierbei achtete sie auf Begriffe, die wir FDA Autoren in unseren Texten benutzten. Folgende wurden uns benannt, erläutert und mit Text-beispielen unterlegt:

- die Metapher (Übertragene Wortbedeutung) z.B. das Feuer der Liebe,

  schneeweißes Haar

- die Allegorie (Idee in ein Bild übertragen) z.B. Amor ist der Gott der Liebe,

  Justitia steht für die Gerechtigkeit usw.

- die Lautmalerei (Verbildlichung durch typische Laute) zisch, puff, pfft, platsch

- das Symbol (die weiße Taube für Frieden z.B.)

- der Vergleich mit dem Wort „wie“ : hart wie Stein, sanft wie ein Lamm usw.

- der Chiasmus (Entgegenstellung;  zwei Worte unterschiedlicher Bedeutung:

  laute Stille, tiefe Höhen usw.)

- der Euphemismus (Beschönigung) positive Beschreibung eines negativen Sachverhalts

- die Hyperbel (Übertreibung) bewusst ins Unglaubwürdige gesteigert

- das Oxymoron (Verbindung zweier Begriffe, die nicht zueinander passen –

  Hassliebe z.B.)

- die Personifizierung/ Personifikation (Vermenschlichung von Dingen – lachende

  Sonne)

Wir besprachen Unklarheiten, suchten nach eigenen Symbolen, Hyperbeln etc. und durchforsteten auch ein Gedicht von Hannelore danach. Man kam zu dem Schluss, dass derartige Bilder sehr oft und immer gemischt vorkommen. Auch wenn man den Fachbegriff dafür nicht kennt, nutzt man als Autor doch einen Chiasmus oder eine Metapher. Es kamen Fragen auf, welches sprachliche Bild man nicht verwenden dürfe oder was verpönt sei. Hierauf gab es keine klare Antwort, wie das in der Kunst so ist. Dennoch entspann sich eine heiße Diskussion über die verschiedenen Literaturgenre. Das Thema barg auf jeden Fall eine rege Gesprächsgrundlage. Lassen Sie mich noch kurz zu Luises zweiter Ausarbeitung, zu den „Effekten“ kommen. Diese werden verwendet, um den Spannungsbogen zu halten oder eine Wendung einzuleiten. Auch hier gab sie uns nur einen kleinen Einblick:

- sprachlich, es werden Worte/ Wortgruppen wie „plötzlich“ oder „Wenn ich zuvor

  gewusst hätte, dass...“ gebraucht

- der Leser wird in den Zustand zwischen vollkommener Unkenntnis oder

  vollkommener Kenntnis gesetzt (wirksam bei Kriminalgeschichten!)

Auch hierüber tauschten wir uns kurz aus, stellten Fragen und probierten uns aus.

Das kleine Oxymeron hatte das Feuer der Liebe gefunden, es sich unter einem Kesselchen erhalten und kochte sich einen Glühwein darauf. Und wenn es nicht gestorben ist, kocht es wohl noch heute.

Wir danken Luise Wilsdorf für ihr Engagement und ihre Geduld uns „Literarische Bilder“ beizubringen.

 

Des weiteren wurden in der AJA organisatorische Dinge besprochen. Für die kommenden AJA Termine werden die FDA Mitglieder gesondert per Mail informiert.                                   

Lenard James Cropley



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